Krimigeschichten, die auf wahren Begebenheiten basieren, haben die Menschen fast schon immer in ihren Bann gezogen. Ein berühmtes Beispiel wäre da Jack the Ripper oder Kaspar Hauser. So hat sich auch Andrea Maria Schenkel eine wahre Begebenheit als Hintergrund für ihr Debütwerk ausgesucht: Der Fall
von Hinterkaifeck. Ein mysteriöser und ungeklärter sechsfacher Mord an einer Bauernfamilie in Bayern…mehrKrimigeschichten, die auf wahren Begebenheiten basieren, haben die Menschen fast schon immer in ihren Bann gezogen. Ein berühmtes Beispiel wäre da Jack the Ripper oder Kaspar Hauser. So hat sich auch Andrea Maria Schenkel eine wahre Begebenheit als Hintergrund für ihr Debütwerk ausgesucht: Der Fall von Hinterkaifeck. Ein mysteriöser und ungeklärter sechsfacher Mord an einer Bauernfamilie in Bayern Ende März 1922.
In „Tannöd“ geschieht ebenso eine schreckliche Bluttat: Mitte der 50er Jahre wird auf einem abgelegenen Hof die gesamte Familie Danner erschlagen aufgefunden. Der alte Danner und seine Frau, die Tochter, sogar die beiden kleinen Enkelkinder und die neue Magd – alle sind sie tot. Im Dorf waren sie nicht so beliebt, galten als geizig und hinterlistig. Doch der Mörder – scheinbar verschwunden. Die Bewohner des Dorfes – verunsichert.
Der Leser begibt sich in die Rolle eines Interviewers, der den Berichten der Dorfbewohner rund um die Opfer und die Bluttat lauscht. Eine richtige Hauptperson gibt es nicht. Man schaut dem Mörder fast schon über die Schulter und weiß trotzdem nicht, wer es ist.
Es entsteht ein verwirrendes Puzzle dessen Teile der Leser selbst zusammensetzen muss, mit jedem Kapitel steigert sich die zwielichtige Spannung. Durch den einfachen und individuell an jede verschiede Figur angepassten Schreibstil lässt sich das Buch sehr schön lesen und es macht die Figuren menschlicher und authentischer. Jedoch bringt dieser Stil das Buch nicht auf das höchste literarische Niveau, was durch den durchweg hervorragend konzipierten Aufbau der Spannung jedoch wieder wettgemacht wird.
Insgesamt entwickelt die gesamte Geschichte einen äußerst düsteren Charakter, der perfekt zur Handlung und zum Hintergrund passt.
Andrea Maria Schenkel liefert mit „Tannöd“ ein exzellentes Debütwerk ab und hat sich so ihren „Deutschen Krimi Preis 2007“ verdient.
Alles in Allem: 100% Spannung auf nur 125 Seiten – Respekt!