Wegen eines Burnouts nimmt sich der Manager Marc Steiner eine 7 monatige Auszeit, wo ihm seine Freunde einen Messerschmiedekurs schenken. Kaum trifft er auf den verschlossenen, aber charismatischen Niels Bergmann, der sein Grundstück mit einem meterhohen Zaun gesichert hat, wo es einen Bunker gibt,
sowie geheimnisvolle Besucher immer wieder auftauchen, beginnt für Marc ein neues Leben. Die…mehrWegen eines Burnouts nimmt sich der Manager Marc Steiner eine 7 monatige Auszeit, wo ihm seine Freunde einen Messerschmiedekurs schenken. Kaum trifft er auf den verschlossenen, aber charismatischen Niels Bergmann, der sein Grundstück mit einem meterhohen Zaun gesichert hat, wo es einen Bunker gibt, sowie geheimnisvolle Besucher immer wieder auftauchen, beginnt für Marc ein neues Leben. Die Schmiedearbeit nimmt ihn immer mehr gefangen und auch die beginnende Freundschaft zu Niels ist für ihn etwas besonderes.
Als Marc die Journalistin Nina kennen lernt, scheint für ihn das Glück perfekt zu sein, doch nach einem ersten Kennenlernen mit Niels gerät ein Stein ins Rollen, den scheinbar niemand mehr aufhalten kann. Nina spürt, dass mit Niels etwas nicht stimmt und ihr Spürsinn ist erwacht. Marc gerät nun zwischen die Fronten, wo ihn Nina mit ihren Recherchen über Niels immer wieder erschüttert und er letztendlich nicht mehr weiß, wem oder was er glauben kann.
Der Roman ,,Verformung“ von Bastian Kresser wird den Leser nicht ganz unbeeindruckt zurück lassen. Es werden darin viele Themen angesprochen, wo jeder entweder schon persönliche Erfahrungen damit gemacht hat oder sich über gewisse Dinge Gedanken gemacht hat.
Zu Beginn bin ich etwas schwer in den Roman hinein gestartet, da mir Marc zu verunsichert und ängstlich war ob seiner psychischen Situation, die der Autor sicherlich gut dargestellt hat. Da ist es mir dann etwas zu schnell gegangen, dass er bereits nach ein paar Tagen in der Schmiede selbstbewusst und gestärkt ob seines Burnouts hervor gegangen ist. Auch hat mir dabei seine ,,Unterwürfigkeit“ gegenüber Niels gestört, den er immer wieder als seinen „Meister“ und seinen ,,Schmied“ bezeichnet hat.
Im Laufe der Geschichte wird man aber dann immer mehr hineingezogen in eine Welt wo Marc und Nina, die zu Beginn unsterblich ineinander verliebt waren, plötzlich aus den Fugen gerät. Der Autor schafft es dabei, dass man selbst immer wieder zweifelt ob eine richtige Gefahr von Niels ausgeht, der abgeschieden lebt, der seltsame Besucher bekommt und der offensichtlich alles von Nina weiß und ihre technischen Geräte plötzlich gehackt worden sind.
Man hat das Gefühl, dass so gut wie jeder etwas zu verbergen hat und so mancher versucht, den anderen auf subtile Art und Weise zu manipulieren.
Man merkt in der Geschichte aber auch, wie schwer es sein kann, wenn man ,,anders“ denkt und lebt, dass einem sehr schnell ein Stempel aufgedrückt wird und man sich bereits im Vorhinein eine Meinung bildet, die sich aber letztendlich als falsch heraus stellt.
Es ist ein stiller Roman, wo leider sehr viel geraucht wird in gefühlt jeder Szene, wo man aber gut eintauchen kann in die Gedanken der Protagonisten. Man ertappt sich dabei, dass man selbst immer wieder seine eigene Haltung gegenüber Andersdenkender, Medienberichte... überdenkt, wo es oft gar nicht so leicht ist heraus zu finden, ob wir nicht immer wieder durch andere manipuliert werden, ohne dass es uns wirklich bewusst ist.
Es ist eine Geschichte wo besonders Marc gestärkt hervor gehen wird, der viel über sich selbst gelernt hat, der gemerkt hat, wie wichtig Niels für ihn ist und dass jeder sein Leben selbst in die Hand nehmen muss, wenn er glücklich und zufrieden sein will.