Unsere Kultur verklärt die Zeit der Jugend mehr, als Peter Pan zu träumen gewagt hätte. Und alles, was danach kommt, erscheint als unaufhaltsamer Niedergang. Doch schon Kant wusste, dass Unmündigkeit einfacher ist - für den Einzelnen, vor allem aber für staatliche Obrigkeiten, denen infantilisierte Konsumenten lieber sind als selbstdenkende Bürger. Susan Neiman wendet sich gegen diese resignative Sicht auf das Erwachsensein. Sie liest die Philosophen neu und plädiert mit Rousseau und Kant: Nehmen wir uns die Freiheit, etwas vom Leben zu verlangen! Denn Reife bedeutet nicht das Ende aller Träume, sondern ein subversives Ideal: das Leben in seiner Widersprüchlichkeit zu ergreifen und glücken zu lassen.
Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension
Gerd Schrader findet zwar sehr schön, wie Susan Neiman in "Warum erwachsen werden?" Immanuel Kant aus der Schublade des Stoizismus herausholt und ihn als Vordenker einer "Kritik der Warenästhetik" beschreibt, die in der Verweigerung von "materiellen und geistigen Moden" ein Ziel der Schärfung des Intellekts erblickt, aber der Rezensent bezweifelt dann doch, inwiefern die Anrufung von Mündigkeit und Autonomie in einer Gesellschaft, die sich die Selbstbestimmung ohnehin auf die Fahnen geschrieben hat, wirklich die erhoffte subversive Wirkung erzielt.
© Perlentaucher Medien GmbH
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"Noch vor der philosophischen Ermutigung ist ihr Buch als Warnruf gemeint. Den braucht es dringend in einem von Fernsehserien überschwemmten, immer mehr überwachten Alltag, in welchem die Passivität, nach Kant einer der schlimmsten menschlichen Triebe, überhandnimmt." Anja Hirsch, Deutschlandfunk, 15.02.16 "Ein Lob der Reife, so gelehrt wie temperamentvoll verfasst" Ursula März, Die Zeit, 28.05.2015 "Das alles liest sich ganz wunderbar und anregend und macht sogar Lust, sich irgendwann doch noch mal an Kant zu versuchen." Katharina Granzin, Die Tageszeitung, 25.04.15 "Philosophisch und gut lesbar. ... Ein Buch, dass zum Weiterdenken anregt." René Aguigah, ZDF Das blaue Sofa, 13.03.15 "Wie Susan Neiman das kantianische Erwachsenwerden beschreibt, ein Weg, der nie zu Ende geht, hat etwas Subversives, das einen fast wieder jung macht. Man könnte es ruhig einmal versuchen." Peter Praschl, Die Welt, 21.02.15







