Zum Cover:
Schon beim ersten Blick auf das Cover von „Weihnachtsliebe auf den zweiten Blick“ war ich direkt verliebt. Die sanften Farben sind wunderschön aufeinander abgestimmt und versprühen sofort diese ruhige, gemütliche Winterstimmung, die man sich für eine Weihnachtslektüre
wünscht.
Besonders begeistert hat mich der Farbschnitt, der perfekt zum Cover passt. Er wirkt richtig hochwertig…mehrZum Cover:
Schon beim ersten Blick auf das Cover von „Weihnachtsliebe auf den zweiten Blick“ war ich direkt verliebt. Die sanften Farben sind wunderschön aufeinander abgestimmt und versprühen sofort diese ruhige, gemütliche Winterstimmung, die man sich für eine Weihnachtslektüre wünscht.
Besonders begeistert hat mich der Farbschnitt, der perfekt zum Cover passt. Er wirkt richtig hochwertig und macht das Buch zu einem echten Hingucker. Insgesamt erinnert mich das Design an eine gemalte Wunderwinterlandschaft – weich, verträumt und einfach zum Wohlfühlen.
Meine Meinung:
Schon auf den ersten Seiten hat mich diese Geschichte mitten ins Herz getroffen. Direkt zu Beginn empfing mich purer Weihnachtszauber – allerdings mit einem tragischen Unterton. In einem Rückblick in Hannahs und Mias Kindheit erlebt man ihre traditionellen Weihnachtsausflüge mit dem Vater, die einst voller Wärme und Geborgenheit waren. Umso schmerzhafter ist das Wissen, dass dieser Zauber für Hannah seit dem Tod ihrer Mutter vor 15 Jahren verloren gegangen ist. Ihre Welt steht still – und Weihnachten ist für sie nur noch eine schmerzhafte Erinnerung.
Hannah ist ein sehr kritischer Mensch und findet immer irgendwo einen Haken. Seit dem Verlust ihrer Mutter lehnt sie Weihnachten konsequent ab, denn mit ihr ist für Hannah der gesamte Weihnachtszauber gestorben. Ihr Verlustschmerz sitzt tief und bestimmt ihr ganzes Denken und Handeln.
Besonders spürbar wird das im Konflikt mit ihrer Schwester Mia. Hannah kann nicht nachvollziehen, wie Mia die Weihnachtsfreude wiederfinden konnte und das Fest genauso liebevoll zelebriert wie ihre Mutter früher. Für Hannah fühlt sich das wie Verrat an, während sie selbst noch nicht bereit ist, loszulassen. Das Leben dreht sich weiter – aber an diesem Punkt ist Hannah noch lange nicht.
Auch ihr Vater hat einen Weg gefunden, mit der Vergangenheit abzuschließen und wieder glücklich zu sein. Doch statt Trost empfindet Hannah auch das als schmerzhaft, weil sie noch an dem festhält, was war. Diese familiären Spannungen wirkten auf mich sehr authentisch und emotional nachvollziehbar.
Ein absolutes Highlight war für mich der Kramperllauf. Diese Mythologie kannte ich so noch gar nicht und fand sie unglaublich spannend. Lotte Römer schafft es, dieses Event so bildhaft zu beschreiben, dass ich die ausgelassene Stimmung, die fantasievollen Masken und das wilde Treiben förmlich vor mir sehen konnte.
Als Hannah einen Vorfall beobachtet – ein Kramperl überschreitet seine Grenzen, schubst einen anderen und schlägt Zuschauer mit der Rute –, nimmt die Geschichte eine unerwartet spannende Wendung. Hannah beschließt, den Schuldigen zu entlarven und wird schließlich selbst zur Kramperlläuferin. Besonders toll fand ich, dass nicht vorhersehbar war, wer der „böse Kramperl“ ist und was wirklich dahintersteckt.
Sehr gefallen haben mir auch die ruhigeren Szenen. Hannah arbeitet gemeinsam mit ihrer Freundin Cleo in einer Bäckerei, und die kurzen Einblicke in den Arbeitsalltag haben für echte Wohlfühlmomente gesorgt. Ich habe es sehr genossen, diesem Treiben zu folgen.
Cleo bringt dabei eine schöne Leichtigkeit in die Geschichte und ist fest davon überzeugt, dass Hannah lange genug allein war und dringend einen Mann braucht.
Zuckersüß ist außerdem Hannahs kleine Nichte Resi. Man merkt sofort, wie wichtig sie Hannah ist – für Resi würde sie alles tun. Diese Beziehung hat mich sehr berührt und zeigt, dass Hannah trotz ihrer verschlossenen Art ein großes Herz hat.
Die Geschichte handelt von Trauerbewältigung, vom Wiederfinden des Weihnachtszaubers, vom Loslassen und davon, neue Wege einzuschlagen. Tiefe Freundschaften entstehen, alte Wunden werden aufgerissen – und langsam beginnt Heilung.
Der Schreibstil ist warmherzig, mitfühlend und sehr bildhaft. Die Gefühlswelten der Charaktere sind stimmig und nachvollziehbar, und die Geschichte ist durchweg atmosphärisch geschrieben. Sie versprüht unheimlich viel Wärme und Weihnachtsmagie – ehrlich gesagt glaube ich, dass mit dieser Geschichte selbst der größte Grinch zum Weihnachtsliebhaber werden kann.
Romantik ist definitiv vorhanden, steht aber nicht im Mittelpunkt der Handlung. Mir persönlich hat ein wenig das Herzklopfen und das Knistern zwischen den Protagonisten gefehlt – hier hätte ich mir emotional noch etwas mehr Tiefe gewünscht. Dennoch passt die Zurückhaltung zur Geschichte und zu Hannahs innerem Zustand.
Fazit:
“Weihnachtsliebe auf den zweiten Blick” ist eine gefühlvolle, stimmungsvolle Weihnachtsgeschichte mit Tiefe, leiser Spannung und ganz viel Herz. Besonders die Themen Trauer, Familie und Neuanfang wurden für mich sehr authentisch umgesetzt. Kleine Abzüge gibt es für die etwas zurückhaltende Romantik, insgesamt hat mich das Buch aber wunderbar durch die Weihnachtszeit begleitet.