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"Bernd Willenbrock führt im Berlin der späten neunziger Jahre erfolgreich einen Gebrauchtwagenhandel; auch im Privaten scheint alles zu stimmen. Dass der abgezäunte Platz mit den Fahrzeugen irgendwann Ziel eines nächtlichen Diebstahls wird, überrascht den Besitzer kaum. Auch der nächste Diebstahl, besser: Raubüberfall, lässt sich nicht aufklären; Behördliche Hilfe allerdings bleibt Willenbrock auch bei anderer Gelegenheit versagt, etwa als er um Baugenehmigungen zur Erweiterung seines Geschäfts ersucht oder, gravierender noch: als er und seine Frau im Wochenendhaus überfallen werden. Alle…mehr

Produktbeschreibung
"Bernd Willenbrock führt im Berlin der späten neunziger Jahre erfolgreich einen Gebrauchtwagenhandel; auch im Privaten scheint alles zu stimmen. Dass der abgezäunte Platz mit den Fahrzeugen irgendwann Ziel eines nächtlichen Diebstahls wird, überrascht den Besitzer kaum. Auch der nächste Diebstahl, besser: Raubüberfall, lässt sich nicht aufklären; Behördliche Hilfe allerdings bleibt Willenbrock auch bei anderer Gelegenheit versagt, etwa als er um Baugenehmigungen zur Erweiterung seines Geschäfts ersucht oder, gravierender noch: als er und seine Frau im Wochenendhaus überfallen werden. Alle Sicherheiten des zivilisierten Lebens rutschen erst unmerklich und dann unübersehbar weg. Hinter vermeintlich geordneten Verhältnissen wird ein Dschungel sichtbar, in dem keine Regel mehr gilt außer: Hilf dir selbst! Willenbrock gerät schließlich in einen Strudel, in dem alles zur Bedrohung wird und ein Revolver wie ein Zeitzünder irgendwann losgehen muss."
Autorenporträt
Christoph Hein wurde am 8. April 1944 in Heinzendorf/Schlesien geboren. Nach Kriegsende zog die Familie nach Bad Düben bei Leipzig, wo Hein aufwuchs. Ab 1967 studierte er an der Universität Leipzig Philosophie und Logik und schloss sein Studium 1971 an der Humboldt Universität Berlin ab. Von 1974 bis 1979 arbeitete Hein als Hausautor an der Volksbühne Berlin. Der Durchbruch gelang ihm 1982/83 mit seiner Novelle Der fremde Freund / Drachenblut.
Hein wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u.a. mit dem Uwe-Johnson-Preis und Stefan-Heym-Preis. Seine Romane sind Spiegel-Bestseller.
Rezensionen

Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Man spürt: Gerhard Schulz wollte freundlich mit Heins Roman sein, obwohl er ihm nicht wirklich gefallen hat. Gleich zu Beginn macht er auf einen literarischen Urahn des Autohändlers Willenbrock aufmerksam, Kleists Michael Kohlhaas und dessen Rosshandel nämlich. Und dass es bei Hein um eine "der wichtigsten Ikonen deutschen Wertbewußtseins, um das Auto" geht. Routiniert aber etwas lustlos stellt Schulz dann Hauptfiguren und Handlungsstränge vor und holt sich Schreib- und Denkmotivation immer wieder bei Rückgriffen auf Kleist.. Es fällt auch das böse Wort Langeweile, das der Kritiker aber gleich zurücknimmt, um dem Roman durchaus Sogwirkung zu bescheinigen. Auch gebe es "hie und da stilistische Nachlässigkeiten", als sei es "ein wenig zu hastig zugegangen mit der Umarmung durch den neuen Verlag".

© Perlentaucher Medien GmbH