Mit diesem Debüt (veröffentlicht 2016 unter dem damaligen Namen Kate Tempest) presst Kae Tempest die Hand ans finstere, schlagende Herz der Metropolen, das im allesüberdauernden Takt von Drogen, Begehren und Freundschaft schlägt. Die Helden des Romans, Becky, Pete, Leon und Harry, haben Jobs, für die es keine Ausbildung und Geld, für das es ungewaschen keine Verwendung gibt. Sie müssen raus, raus aus London - und kommen doch nicht davon los. Tempest nimmt uns mit in die Häuser und Herzen der kleinen Leute, in ihre Familien und zeigt uns Momente voller Schönheit, Enttäuschung, Ehrgeiz und Scheitern. Klug, niemals zynisch und immer voller Empathie stellt «Worauf du dich verlassen kannst» die Frage, wie wir leben und einander lieben - und zeigt uns, dass gute Absichten nicht notwendigerweise zu den richtigen Entscheidungen führen.
Hinweis: Dieser Artikel kann nur an eine deutsche Lieferadresse ausgeliefert werden.
Hinweis: Dieser Artikel kann nur an eine deutsche Lieferadresse ausgeliefert werden.
Kate Tempest wird derzeit als neue politische Stimme der englischen Literatur gefeiert, meint Rezensent Lars Weisbrod. So klopft er "Worauf du dich verlassen kannst" auch und besonders auf dessen politischen Anspruch ab. Und während ihm das Buch als kleiner Genreroman nicht weiter aufstieße, findet er die Jubelkritiken, mit denen das Buch hier überschüttet wurde, mehr als verfehlt. Denn die drei Figuren, über die Tempest in ihrem Roman schreibt, und aus deren Perspektive sie sich mächtig über das "Schweinesystem" echauffiert, repräsentieren mitnichten die Unterprivilegierten, erklärt Weisbrod. Vielmehr ähneln sie eben jenen "verwirrten Mittelschichtsmännchen", die in der Literatur ohnehin Stammgäste sind, nur dass diese Exemplare mittlerweile das Nachdenken über die Misere und ihre Auswege für ein unwohles Bauchgefühl eingetauscht haben, kritisiert der Rezensent.
© Perlentaucher Medien GmbH
© Perlentaucher Medien GmbH







