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Zeitmuster in der Geschichte - Nitschke, August
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Historische Untersuchungen weisen zunehmend häufiger auf Parallelitäten zwischen den Handlungsabläufen in Politik, Wirtschaft, Recht und den Bewegungsabläufen in physikalischen Arbeiten, Kunst, Tanz und Sport hin. Diese müssen mit gesellschafts- und epochentypischen Wahrnehmungsweisen zusammenhängen, die nicht aus der "Mentalität" einer Gesellschaft abzuleiten sind. Jüngste, an biologischen Forschungen orientierte Studien ließen erkennen: Diese Wahrnehmungsweisen gehen auf "Zeiterfahrungen" zurück, die die Zukunftsvorstellungen einer Gesellschaft prägen. In diesen Erfahrungen werden die…mehr

Produktbeschreibung
Historische Untersuchungen weisen zunehmend häufiger auf Parallelitäten zwischen den Handlungsabläufen in Politik, Wirtschaft, Recht und den Bewegungsabläufen in physikalischen Arbeiten, Kunst, Tanz und Sport hin. Diese müssen mit gesellschafts- und epochentypischen Wahrnehmungsweisen zusammenhängen, die nicht aus der "Mentalität" einer Gesellschaft abzuleiten sind. Jüngste, an biologischen Forschungen orientierte Studien ließen erkennen: Diese Wahrnehmungsweisen gehen auf "Zeiterfahrungen" zurück, die die Zukunftsvorstellungen einer Gesellschaft prägen. In diesen Erfahrungen werden die Menschen mit Zeitmustern vertraut, die sich von Epoche zu Epoche - und in jeder Kultur anders - nach eigenen Gesetzen wandeln.

Der Autor überprüfte auf Bitten von jungen chinesischen Historikern in der Mandschurei mit diesen anhand von Texten, Kunstwerken und aufgrund von rekonstruierten Bewegungen für das Mittelalter und für das 20. Jahrhundert - so auch für Adolf Hitler - diese Ergebnisse. Dabei beobachtete er: Die Studenten aus Changchun kennen ihre eigenen Traditionen nicht mehr. Sie haben vom Marxismus nur die Forderung übernommen, daß jedes Ereignis und jede Struktur der Vergangenheit kausal begründet werden muß. So argumentieren sie unterschiedlich, doch immer leidenschaftlich gegen jede nur beschreibende Geschichtswissenschaft. Die oft sehr kritischen, meist jedoch heiteren Dialoge werden aufgrund schriftlicher Aufzeichnung wiedergegeben.

Die Argumente der Studenten, die Kinder von Bauern und von Akademikern sind, werden erst verständlich bei genauerer Kenntnis der Lebensformen einer chinesischen Großstadt. Die überreichlichen Warenangebote, der überraschend rücksichtslose Verkehr, die zahllosen kleinen Restaurants und der tägliche abendliche Tanz auf einer Hauptstraße schaffen, unterstützt von den in der Arbeitswelt lenkend tätigen Frauen, trotz bürokratischer Einengungen, eine Atmosphäre der Arbeitsfreude und eine Aufbruchsbereitschaft, die die historischen Fragestellungen der Studenten beeinflusst. Dies verdeutlichen die alltäglichen Ereignisse, die in recht unbekümmerten und sehr persönlichen Erzählungen mit eingeflochten werden.

Historical studies increasingly draw the intention to parallelisms between the course of politics, economics, law and the motions in physical works, art, dance and sports. They seem to be connected with socially and periodically typical ways of perception which are not derivable from the mentality of a society. Recent, biologically based studies lead to the knowledge that these ways of perception originate from experience within time which determine the concept of a society's future. Within this experience, humans are getting used to certain time patterns which constantly change from one era to another while following their own laws.

At young chinese historians' request from the Jilin Province, the author examined these results on the basis of texts, works of art and movement reconstructions of the Middle Ages and the twentieth century. He came to the conclusion that the students of Changchun do not know their own traditions any more. From Marxism they only retained the demand to justify every event and every structure of the past by causal means. They argument differently but always very emotionally against the descriptive historical science. The often very critical, but always cheerful dialogues are represented on the basis of the author's written notes.

The arguments of the students, which are farmers' as well as graduates' children, only became comprehensible when the author got to know their forms of living in a big chinese city. The superabundant supply of products, the surprisingly reckless traffic, the countless little restaurants and the daily evening dance on a main street create an atmosphere of enthusiasm for one's work and a readyness to depart which is supported by women directing the professional life, which is possible in spite of bureaucratic restrictions and which influence the historical questions of the students. This is illustrated by the everyday events which are woven into lighthearted and very personal stories.