Welche Auswirkungen hat es, Geschichte in »Zeitschichten« wahrzunehmen, zu lokalisieren und darzustellen?Die Zeitschichten-Metapher Reinhart Kosellecks hat im Feld der Geschichtstheorie vielfältige Inspirationen für die Bestimmung des Verhältnisses von Zeit, Raum und Geschichte geliefert. Auch in der Geschichtskultur seit den 2000er Jahren ist sie immer wieder aufgegriffen worden: Archäologie verwandelt die jüngste Zeitgeschichte in einen Ausgrabungsort und verortet Erinnerungen und Ereignisse in tieferliegenden, verschütteten Schichten, archäologische Fenster in Innenstädten und Gedenkstätten öffnen den Blick in die Vergangenheit, die Denkmalpflege präpariert Zeitschichten heraus, um Bau- und Nutzungsphasen sichtbar zu machen. Museen ebenso wie Städte, Landschaften und Erinnerungsorte werden als pluritemporale Gefüge begriffen, in denen anhand verschiedener Zeitschichten unterschiedliche Epochen und politische Regime abgelesen werden. Das Buch versammelt Beiträge aus unterschiedlichen Disziplinen, die sich ebenso historisierend wie kritisch mit der Zeitschichten-Metapher in ihren theoretischen Dimensionen und praktischen Umsetzungen auseinandersetzen.Christoph Bernhardt: Zeitschichten und Materialität. Braudel, Koselleck und die Stadtgeschichte.Jutta Helbig: Zeitschichten des Wissens und ihre historische Kontingenz. Architektur und Sammlungspräsentation im Berliner Naturkundemuseum.
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