Von Verlust und Hoffnung
Die 36jährige Greta hat mit ihrer Familie abgeschlossen. Seit ihre kleine Schwester Julieta in ihrer Kindheit verschwunden ist, war sie nicht mehr auf Formentera, wo die Großmutter Mathilde noch heute lebt. Erst ein Anruf ihrer Mutter Helena, die ihr mitteilt, dass ihre
Großmutter gestürzt ist und Hilfe braucht, bringt sie dazu, wieder auf die Insel zu fliegen.
Auf der…mehrVon Verlust und Hoffnung
Die 36jährige Greta hat mit ihrer Familie abgeschlossen. Seit ihre kleine Schwester Julieta in ihrer Kindheit verschwunden ist, war sie nicht mehr auf Formentera, wo die Großmutter Mathilde noch heute lebt. Erst ein Anruf ihrer Mutter Helena, die ihr mitteilt, dass ihre Großmutter gestürzt ist und Hilfe braucht, bringt sie dazu, wieder auf die Insel zu fliegen.
Auf der Insel muss Greta sich wohl oder übel mit der traumatischen Vergangenheit auseinandersetzen. Genauso wie ihre Mutter Helena, die den Kontakt zu Greta abgebrochen hat, weil sie ihr die Schuld für das Unglück damals gibt.
Das Buch ist kurz, liest sich dafür aber extrem intensiv. Die Autorin gibt sich nicht mit Nebensächlichkeiten ab, sondern konzentriert sich in jeder Szene auf das Wesentliche: Schmerz, Verlust, Trauer.
Als Leser wohnt man vielen Szenen bei, in denen Greta ihre Mutter Helena, die zaghaft auf sie zugehen möchte, von sich schiebt.
Die Frauen in diesem Roman sind allesamt starke Charaktere. Großmutter Mathilde ist die Matriarchin, die ihren Kopf durchsetzt. Ihre Tochter Helena konnte ihren Schmerz über den Verlust ihrer jüngeren Tochter Julieta nur in den Griff bekommen, indem sie Mann und die andere Tochter verließ. Und Enkelin Greta übernahm unbewusst die Verhaltensmuster ihrer Mutter, indem sie in ihrem Leben stets die Flucht ergriff, wenn etwas zu ernst wurde.
Alle meine Meere lässt sich leicht lesen und hinterlässt ein intensives Bild dieser drei Frauen und der wunderbar beschriebenen Insel am Meer. Der Grundton ist dabei immer schmerzbehaftet und traurig.