"Das Meer spuckte keine Leichen mehr aus. Es spuckte Augen aus.
Sie lagen am Strand wie nasse Perlen, im Zwielicht glitzernd. Elsa Kriel stand, die Hände tief in die Taschen ihrer Jacke gedrückt. Ihr Vater, ein Mann, der fünfzig Jahre zur See gefahren war, hatte gesagt, der Ozean habe ein Gedächtnis.
Ein Schrei schnitt durch das Rauschen der Brandung. Kein Schrei des Schreckens. Einer der Wiedererkennung.
Elsa drehte sich um. Onkel Frik, der alte Leuchtturmwärter, dessen Verstand wie die Gezeiten kam und ging, kniete im feuchten Sand. In seinen hohlen Händen, wie eine Opfergabe, lag ein Auge. Die Iris hatte die Farbe von Kupfer, gesprenkelt mit Gold.
"Annette", flüsterte er. Seine Frau. Vor vierzig Jahren auf See verschwunden. Ihre Leiche nie gefunden.
Elsa trat näher. Das Auge in Onkel Friks Händen blickte nicht zu ihm auf. Es blickte zu ihr."
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