Dieses Buch ist ein einziges Missverständnis.
Es will die Religionswissenschaften in einem einführendem Buch auf 480 Seiten darstellen. Dabei teilt der Autor den Inhalt in 5 zeitlich begrenzte „Teile“ ein, die recht willkürlich gezogen sind. So erscheint Erasmus von Rotterdam, der im Übrigen im
Register vergessen wurde, nicht etwa im Kapitel 16 zur Reformation, sondern in der Neuzeit im…mehrDieses Buch ist ein einziges Missverständnis.
Es will die Religionswissenschaften in einem einführendem Buch auf 480 Seiten darstellen. Dabei teilt der Autor den Inhalt in 5 zeitlich begrenzte „Teile“ ein, die recht willkürlich gezogen sind. So erscheint Erasmus von Rotterdam, der im Übrigen im Register vergessen wurde, nicht etwa im Kapitel 16 zur Reformation, sondern in der Neuzeit im Kapitel 23 als Vorläufer des Humanismus.
Danach werden die einzelnen Religionen an inhaltlichen Themen behandelt. Am schlimmsten, ja fast unerträglich ist aber die andauernde Aneinanderreihung von Namen und Jahreszahlen. Anstatt die Gemeinsamkeiten und Unterschiede z.B. der christliche und islamischen Mission gegenüber zu stellen, wird nur telefonbuchmäßig aufgezählt. Unter mittelalterlicher Frömmigkeit werden die Feiertage erklärt, die wir heute noch haben. Das brauchte es nicht.
Von den Bahai weiß ich recht wenig, hier erfahre ich deren Geschichte, nicht aber das der deutsche Tempel der Bahai im Taunus steht.
Das letzte Kapitel „Digitalisierung und Globalisierung“ behandelt erst ein paar Sekten (ohne dieses Wort zu nennen), nennt ein paar Internetadressen, um dann zu sagen, dass man zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht viel sagen könne. Dann lass das Kapitel doch weg!
Überhaupt könnte das Buch auch nur 10 Seiten haben, in dem der Autor nämlich nur die Worte nennt, die man bei Wikipedia eingeben soll.
Und warum müssen deutsche Professoren nur in ihrem akademischen Stil schreiben?
In der Einleitung entschuldigt sich der Autor, was er alles nicht machen kann. Dafür beschreibt er auf S.14 sein Untersuchungsgebiet. Es umfasst, kurz gesagt (aber er schreibt es anders), die ganze Erde, na gut die Antarktis fehlt. Auf S.21 lesen wir, dass Ägypten ein Geschenk des Nils ist. Wenn wir es nicht schon vorher wussten, was hat das mit dem Thema des Buches zu tun?
Und dann diese fehlende Position bei aktuellen Streitfragen. Maier schreibt, dass die Gülen-Bewegung hinter dem
Putsch von Erdogan steht, sei umstritten (vgl. S.409). Das stimmt aber nur für den, der keine Meinung hat.
Ich lese das Buch, weil ich wissen will, wann und wie Religionen entstanden sind. Das erfahre ich nicht. Priester , Opfer und Religion gab es wohl immer schon. Auf S.40 lesen wir immerhin von einer Totenbeschwörung in der Bibel (1 Sam 28). Sonst werden anfangs viele archäologische Fundstätten aufgezählt.
Ich muss lang überlegen, ob dieses Buch überhaupt einen zweiten Stern verdient hat, gebe ihn aber, weil das ein oder andere doch neu war für mich und weil ich mit letzter Kraft bis zum Ende durchgehalten habe.