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Freiheit und Gleichheit waren lange gleichrangige Ziele. Trotz anderslautender Lamentos steht Freiheit weiterhin hoch im Kurs, während kaum eine Partei radikale Maßnahmen zur Reduzierung der materiellen Ungleichheit im Programm hat. Der kleinste gemeinsame Nenner ist Chancengleichheit: In der Konkurrenz um knappe Ressourcen sollen alle an derselben Startlinie loslaufen. Im Koalitionsvertrag der Ampel-Regierung übersetzt sich das in Begriffe wie 'Chancenbudget' und 'Kinderchancenportal'.
Die Logik der Chancengleichheit ist die Ideologie einer Gesellschaft, die sich nur noch als Wettbewerb
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Produktbeschreibung
Freiheit und Gleichheit waren lange gleichrangige Ziele. Trotz anderslautender Lamentos steht Freiheit weiterhin hoch im Kurs, während kaum eine Partei radikale Maßnahmen zur Reduzierung der materiellen Ungleichheit im Programm hat. Der kleinste gemeinsame Nenner ist Chancengleichheit: In der Konkurrenz um knappe Ressourcen sollen alle an derselben Startlinie loslaufen. Im Koalitionsvertrag der Ampel-Regierung übersetzt sich das in Begriffe wie 'Chancenbudget' und 'Kinderchancenportal'.
Die Logik der Chancengleichheit ist die Ideologie einer Gesellschaft, die sich nur noch als Wettbewerb aller gegen alle denken kann. Ihre Basis, so César Rendueles, ist die Zunahme der Ungleichheit seit den achtziger Jahren. Dabei sind wir Menschen, zeigt der spanische Soziologe, eine ausgesprochen egalitäre Spezies. Allerdings beruht Gleichheit auf einem entsprechenden Ethos und Institutionen wie dem Wohlfahrtsstaat. Wollen wir diese wiederherstellen, müssen wir begreifen, dass es um eine Gleichheit der Ergebnisse geht, dass dieser Kampf nie abgeschlossen sein wird - und dass wir ihn nur gemeinsam gewinnen können.

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Autorenporträt
César Rendueles, geboren 1975 in Girona, lehrt Soziologie an der Universidad Complutense de Madrid.

Rezensionen
»Zu den Glanzstücken in Rendueles' Argumentation gehört seine polemische, aber soziologisch fundierte und analytisch scharfsinnige, Auseinandersetzung mit der Ideologie zur Rechtfertigung dieser Ungleichheit.« Moritz Klein Deutschlandfunk 20221102
Der Soziologe César Rendueles "denkt spitz und schreibt noch spitzer", gibt Rezensent Thomas Kaspar gern zu, aber ein Pamphlet würde er in diesem Buch nicht sehen, eher eine scharfe Gegenwartsanalyse. Rendueles möchte Schluss machen mit dem egoistischen Individualismus, der Idolatrie persönlicher Freiheit und der harmlosen Forderung nach Chancengleichheit und stattdessen wieder die materielle Gleichheit auf die Tagesordnung setzen, erklärt der Rezensent, der sich damit ganz einverstanden zeigt. Am Beispiel der zunehmenden Geschlechtergerechtigkeit zeigt ihm der spanische Soziologe schlüssig, dass die materielle Gleichstellung tatsächlich auch zu einem Freiheitsgewinn für beide Geschlechter führte. Das überzeugt den Rezensenten, der auch von Rendueles mitnimmt, wie verheerend sich das Homeoffice auf solidarisches Handeln am Arbeitsplatz auswirkt.

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