Lyriker haben sich schon früher gern in die Fremde aufgemacht. Nun war Volker Braun unterwegs, aber nicht nur in fremden Ländern und Städten sondern auch in der „Wildnis der Gesellschaft“. Den über siebzigjährigen Autor treibt eine Bestimmung „Ja, mein Sehnen geht ins Ferne / Wo ich heitre Dinge
treibe.“ Er ist ein kritischer Betrachter und spickt seine Beobachtungen mit biografischen Elementen:…mehrLyriker haben sich schon früher gern in die Fremde aufgemacht. Nun war Volker Braun unterwegs, aber nicht nur in fremden Ländern und Städten sondern auch in der „Wildnis der Gesellschaft“. Den über siebzigjährigen Autor treibt eine Bestimmung „Ja, mein Sehnen geht ins Ferne / Wo ich heitre Dinge treibe.“ Er ist ein kritischer Betrachter und spickt seine Beobachtungen mit biografischen Elementen: „Mich beherrscht ein eignes Wesen / Heiter macht es mich und trüber“.
Einige Stationen seiner lyrischen Reise sind China, Paris, Birkenau, Wien, Santorin, Dubai oder Belfast. Neben dem Ausland war Braun auch in der Heimat unterwegs - z.B. im Elbtal oder im Mansfeldischen („Ein Land wie konstruiert auf flacher Flur … Ein jeder Hügel scheint nun eine Halde.“). Die Gedichte, eingeteilt in fünf Abteilungen, entstanden in den letzten zehn Jahren und sind eine Mixtur von Reiseeindrücken, Alltagswirklichkeit und lyrischem Ich. In einigen Gedichten wird auf Literaturwerke Bezug genommen (z.B. „Diener zweier Herren“, Bertolt Brecht oder Lu Xun). In der letzten Abteilung „Anhang: Zeitgeist 2“ überwiegen gesellschaftliche Betrachtungen (u.a. „Wir kämpfen nicht in Kobane …“). Der Titel des Lyrikbandes entstand in Madrid, wo Braun die Handbibliothek sah.
Brauns Gedichte sprechen eine deutliche Sprache und schreiben gegen das Vergessen an. Neben Weltanschauung und Kritik kommen aber auch Humor und Reiselust nicht zu kurz.