Jürgen Becker (geb. 1932 in Köln), Büchner-Preisträger 2014, legt mit „Jetzt die Gegend damals“ einen weiteren Journalroman vor - eine literarische Untergattung, die Becker in die Literaturgeschichte eingeführt hat und auf die er immer wieder zurückgreift: ein Arbeitsjournal, in das eine
Romanhandlung eingebaut ist.
„Jetzt die Gegend damals“ ist aber mehr ein Erinnerungsjournal. Jürgen Becker…mehrJürgen Becker (geb. 1932 in Köln), Büchner-Preisträger 2014, legt mit „Jetzt die Gegend damals“ einen weiteren Journalroman vor - eine literarische Untergattung, die Becker in die Literaturgeschichte eingeführt hat und auf die er immer wieder zurückgreift: ein Arbeitsjournal, in das eine Romanhandlung eingebaut ist.
„Jetzt die Gegend damals“ ist aber mehr ein Erinnerungsjournal. Jürgen Becker schickt Jörn Winter, sein Alter Ego, auf die eigenen biografischen Wege, um seine Erlebnisse und Wahrnehmungen noch einmal wachzurufen. Wobei der Autor warnt, der Held sei nicht sein „Spiegelbild“ sondern ein „anderes Ich“.
„Die Zeit vergeht, und Jörn wird alt“ beginnt der Roman und beleuchtet die Etappen des Lebens, von der Kindheit in Köln und Thüringen bis zum heutigen Schriftstelleralltag mit seinen Lesungen und Pressekonferenzen. Die zahlreichen Lebensmarken werden dabei abgeschritten und die Erinnerungen in tagebuchartigen Aufzeichnungen festgehalten. Dazwischen immer wieder alltägliche Beobachtungen wie Landschafts- und Wetterbeschreibungen. Scharfsinnig reflektiert Becker die Vergangenheit, der das Gesehene und Gehörte in kurzen Sätzen festhält. Meist fallen „ihm bloß ein paar Sätze ein, manchmal nur noch einzelne, manchmal ein paar mehr“. Becker hatte damit die Minimalisierung des Schreibens für sich entdeckt.
Auf den 162 Seiten erfährt der Leser, wie mit wenigen Sätzen längst Vergessenes wieder sichtbar gemacht wird und das mit einer eigenartigen Mischung aus Tagebuch, Reiseerzählung und Roman. Eine Anregung, seinen eigenen Geschichten und Erfahrungen nachzugehen.