Das Buch baut auf der zentralen Prämisse, dass wirtschaftlicher Wettbewerb primär zerstörerisch wirke. Diese Annahme ist theoretisch einseitig. Wettbewerb ist historisch nicht nur Quelle von Ungleichheit, sondern vor allem von Innovation, Produktivität und Wohlstand. Das Buch behandelt negative
Wirkungen, blendet aber systematisch die Wohlstandsgewinne aus, ohne die moderne Gesellschaften nicht…mehrDas Buch baut auf der zentralen Prämisse, dass wirtschaftlicher Wettbewerb primär zerstörerisch wirke. Diese Annahme ist theoretisch einseitig. Wettbewerb ist historisch nicht nur Quelle von Ungleichheit, sondern vor allem von Innovation, Produktivität und Wohlstand. Das Buch behandelt negative Wirkungen, blendet aber systematisch die Wohlstandsgewinne aus, ohne die moderne Gesellschaften nicht existieren würden.
Der Titel suggeriert einen „Kampf der Nationen“. Tatsächlich findet wirtschaftlicher Wettbewerb zwischen Unternehmen, Technologien und Ideen statt – nicht zwischen homogenen Nationalstaaten. Die Rückführung komplexer globaler Prozesse auf nationale Konkurrenz wirkt analytisch grob und politisch aufgeladen. Statt sauber zwischen Marktversagen, politischem Versagen und institutionellen Fehlern zu unterscheiden, moralisiert das Buch ökonomische Dynamiken. Wettbewerb wird zur Schuldfigur erklärt, während staatliche Fehlsteuerung, Regulierungsmissbrauch oder politische Anreizsysteme unterbelichtet bleiben.
Zwischen den Zeilen plädiert das Buch für mehr globale Abstimmung, Regulierung und politische Steuerung. Was fehlt, ist eine realistische Antwort auf die Frage: Wer koordiniert – und mit welchen Machtmitteln? Die Risiken zentraler Steuerung werden kaum thematisiert.
Wirtschaftlicher Wettbewerb hat reale Schattenseiten – das bestreitet niemand. Doch die größten Zerstörungen des 20. Jahrhunderts gingen nicht von Märkten, sondern von politisch-ideologischen Projekten aus. Diese historische Dimension bleibt auffällig unterbelichtet. Dieses Buch ist weniger eine Analyse als eine wirtschaftsethische Anklage. Das Buch spricht ein reales Unbehagen an, liefert aber keine tragfähige Alternative, sondern verschiebt Verantwortung vom politischen Handeln auf ein abstraktes Feindbild „Wettbewerb“. Wer Wettbewerb abschaffen will, sollte zuerst erklären, wie Fortschritt ohne ihn entstehen soll.