Ich weiß nicht, ob es die feuchte Kälte war, die in Hamburg nachts alles durchdrang, oder das flaue Gefühl im Magen, das ich immer habe, wenn ich mit Roy durch St. Pauli fahre. Vielleicht ist es auch nur die Ahnung, dass in dieser Stadt alles möglich ist - und meistens das, was man am wenigsten erwartet. Es war kurz nach zwei, als wir den Funkspruch bekamen: Verdächtige Aktivitäten hinter dem "Blauen Peter", einer dieser Läden, in denen die Zeit stehen geblieben ist und die Leute alles sehen, aber nichts sagen. Roy saß am Steuer, die Hände fest um das Lenkrad unseres silbernen Passats gekrallt. "Immer wieder St. Pauli, was?", brummte er. "Als ob die Verbrecher sich hier besonders wohlfühlen." Ich sah aus dem Fenster. Die Straßen glänzten noch vom Regen, und irgendwo in der Ferne hörte man das Nebelhorn eines Schiffes auf der Elbe. "Hier ist wenigstens was los", sagte ich. "Besser als Akten wälzen im Präsidium."
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