Universalgelehrter am Rhein
Vor dem Kirchentag in Hannover wollte ich mich mit Leibniz beschäftigen und fand diesen Tagungsband, der belegt, dass Leibniz nach seinem Studium in Altdorf (ich hätte es glatt in die Schweiz verlegt und niemals die Universität Nürnberg damit verbunden.) auf den Weg
nach Leiden (aber Leidensweg ist hier wohl fehl am Platze) für vier Jahre in Mainz steckengeblieben…mehrUniversalgelehrter am Rhein
Vor dem Kirchentag in Hannover wollte ich mich mit Leibniz beschäftigen und fand diesen Tagungsband, der belegt, dass Leibniz nach seinem Studium in Altdorf (ich hätte es glatt in die Schweiz verlegt und niemals die Universität Nürnberg damit verbunden.) auf den Weg nach Leiden (aber Leidensweg ist hier wohl fehl am Platze) für vier Jahre in Mainz steckengeblieben ist, um danach erst über den Umweg Paris in Hannover anzuheuern.
Der Grund seines Aufenthaltes ab 1668 dürfte der aufgeklärte Kurfürst und Erzbischof Johann Philipp von Schönborn gewesen sein. Als er 1673 starb, zog Leibniz weiter. Der aus einem Juristenhaus stammende Gelehrte versuchte hier mit dem Landesherrn den Religionskonflikt des 30jährigen Krieg zu schlichten und wenn Rom darauf eingegangen wäre, hätte da durchaus etwas werden können.
Leibniz stellte die Philosophie auf neue Füße. Statt abstrakter Bilder zählte die Utilitas, der Nutzen. Weiter las ich, dass der Pfalzgraf Philipp Wilhelm von Neuburg den polnischen Thron anstrebte, aus Angst vor Krieg aber dann doch verzichtete. Da hat er wohl vom Winterkönig gelernt.
Am meisten beeindruckt hat mich aber, dass er Probleme der Mechanik, die der Engländer Hobbes aufwarf erst naturphilosophisch beantwortet, bis 1669/70 die moderne Mathematik lernt und folglich mathematisch antworten kann.
Dieser wissenschaftliche Band übererfüllt meine Ansprüche. Seitenlang wird zitiert aus Originalquellen. Weniger und leichter lesbar wäre mir lieber gewesen. Machmal wird auch auf den alten Leibniz verwiesen, weil der junge nicht so bekannt ist. 3 Sterne