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Thomas Manns Roman "Lotte in Weimar" führt die Leserinnen und Leser in das Weimar des Jahres 1816. Im Mittelpunkt steht Charlotte Kestner, geborene Buff - jene "Lotte", die einst Johann Wolfgang von Goethe zur unvergesslichen Heldin seines Briefromans Die Leiden des jungen Werthers inspirierte. Viele Jahre nach diesen Ereignissen reist sie nun, als gereifte Frau, nach Weimar, um Freunde zu besuchen und sich ihrer eigenen Vergangenheit zu stellen. Schon ihre Ankunft sorgt für Aufsehen. Lotte logiert im Hotel Elefant, und bald beginnt die Stadt über sie zu sprechen. In Gesprächen mit…mehr

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Produktbeschreibung
Thomas Manns Roman "Lotte in Weimar" führt die Leserinnen und Leser in das Weimar des Jahres 1816. Im Mittelpunkt steht Charlotte Kestner, geborene Buff - jene "Lotte", die einst Johann Wolfgang von Goethe zur unvergesslichen Heldin seines Briefromans Die Leiden des jungen Werthers inspirierte. Viele Jahre nach diesen Ereignissen reist sie nun, als gereifte Frau, nach Weimar, um Freunde zu besuchen und sich ihrer eigenen Vergangenheit zu stellen. Schon ihre Ankunft sorgt für Aufsehen. Lotte logiert im Hotel Elefant, und bald beginnt die Stadt über sie zu sprechen. In Gesprächen mit unterschiedlichen Figuren - darunter Goethes Sohn August, Bewunderer, Kritiker und Vertreter des Weimarer Hofes - entfaltet sich ein vielschichtiges Bild des Dichters und seiner Wirkung. Lotte wird dabei immer wieder mit der literarischen Figur konfrontiert, zu der sie einst geworden ist, und erlebt, wie sehr ihr eigenes Leben von Goethes Werk überformt wurde. Diese Begegnungen sind geprägt von Bewunderung, Ironie, leiser Kränkung und tiefem Nachdenken über Kunst, Erinnerung und Wahrheit. Der Roman lebt von diesen Dialogen, die weniger äußere Handlung als innere Bewegung zeigen. Lotte beobachtet, hört zu, erinnert sich - und die Leserinnen und Leser tauchen mit ihr in ein Geflecht aus Vergangenheit und Gegenwart ein. Die Frage, wer Goethe wirklich ist und was sein Genie für die Menschen in seiner Nähe bedeutet, schwebt dabei ständig im Raum. Besonders eindrucksvoll ist die Spannung, die sich aufbaut, als eine persönliche Begegnung zwischen Lotte und dem berühmten Dichter immer näher rückt. Mann erzählt diese Annäherung mit großer psychologischer Feinheit und sprachlicher Eleganz. "Lotte in Weimar" ist so nicht nur ein Roman über eine Reise, sondern über die Macht der Literatur, über Identität und darüber, wie Geschichten Menschen ein Leben lang begleiten - und verändern können.

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Autorenporträt
Thomas Mann (1875-1955) war einer der bedeutendsten Erzähler des 20. Jahrhunderts. Er wurde 1929 mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet. Dem 1901 erschienenen ersten Roman 'Buddenbrooks' folgten Novellen und Erzählungen wie 'Tonio Kröger', 'Tristan' und 'Der Tod in Venedig'. Der 1924 veröffentlichte Roman 'Der Zauberberg', mit dem er die Tradition des europäischen Bildungsromans fortführte, zeigt Manns Gestaltungskunst: Der Erzähler wahrt eine skeptisch- ironische Distanz zu den Figuren, typische Konstellationen kehren leitmotivisch wieder, und es herrscht ein syntaktisch komplexer, anspruchsvoller Stil. Diese Merkmale prägen auch die folgenden Veröffentlichungen, unter denen die Novelle 'Mario und der Zauberer', die Romantetralogie 'Joseph und seine Brüder' sowie das Spätwerk 'Doktor Faustus' hervorzuheben sind. Weithin Beachtung fanden auch seine Essays und Stellungnahmen zu aktuellen politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Fragen. Stand er der westlichen Demokratie zunächst skeptisch gegenüber, wandelte er sich zu Beginn der 1920er Jahre zu einem überzeugten Verteidiger der Weimarer Republik. Während der nationalsozialistischen Herrschaft emigrierte er 1933 in die Schweiz und 1938 in die USA, deren Staatsbürgerschaft er 1944 annahm. Von 1952 bis zu seinem Tod lebte er wieder in der Schweiz. Thomas Mann entstammte der angesehenen Lübecker Patrizier- und Kaufmannsfamilie Mann. Sein älterer Bruder Heinrich und vier seiner sechs Kinder, Erika, Klaus, Golo und Monika, waren ebenfalls Schriftsteller.
Rezensionen
»Der König der Vorleser!« DIE ZEIT über Gert Westphal