Brynn ist eine junge Wächterin aus Alaha, einem Volk, das nach einem alten Konflikt vom Festland verbannt wurde. Als sie bei dem einzigen jährlichen Besuch erstmals den Markt auf dem Festland besuchen darf, gerät sie mit einem Soldaten der verfeindeten Kenta aneinander. Die Ereignisse haben
ungeahnte Folgen und Brynn muss plötzlich alles in Frage stellen, was sie bisher geglaubt hat,
Metal…mehrBrynn ist eine junge Wächterin aus Alaha, einem Volk, das nach einem alten Konflikt vom Festland verbannt wurde. Als sie bei dem einzigen jährlichen Besuch erstmals den Markt auf dem Festland besuchen darf, gerät sie mit einem Soldaten der verfeindeten Kenta aneinander. Die Ereignisse haben ungeahnte Folgen und Brynn muss plötzlich alles in Frage stellen, was sie bisher geglaubt hat,
Metal Slinger startet mit einer grundsätzlich spannenden Ausgangslage und einem leichten Schreibstil. Der Einstieg wirft viele Fragen auf und hat bei mir von Beginn an eine gewisse Spannung erzeugt. Das Worldbuilding ist übersichtlich angelegt und gut verständlich, ohne dabei an Tiefe zu verlieren. Besonders positiv empfand ich, dass zentrale Fragen und Zusammenhänge im Laufe der Handlung schlüssig aufgegriffen und erklärt werden, sodass sich die Welt Stück für Stück erschlossen hat, deshalb lohnt es sich gerade zu Beginn Geduld zu haben und an der Geschichte dran zu bleiben.
Brynn konnte mich als Protagonistin schnell gewinnen und ihre Entscheidungen bleiben nachvollziehbar, wenn man der Geschichte Zeit und Chance lässt diese zu erklären. Gleichzeitig mochte ich die Dynamik mit anderen Figuren hier am meisten. Gerade die Nebenfiguren bringen Leben in die Geschichte und sorgten für einige der stärkeren Momente.
Die Beziehung zwischen Brynn und Acker ist klassisch als Enemies-to-Lovers angelegt und entwickelt sich über schwierige gemeinsame Situationen. Die Grundidee funktioniert, auch wenn die emotionale Tiefe für mich stellenweise hinter den Erwartungen zurückblieb.
Je weiter die Handlung voranschreitet, desto spannender wird die Geschichte. Actionreiche Szenen und Enthüllungen sorgen dafür, dass das Tempo mit fortschreiten des Buches anzieht. Ohne zu viel zu verraten, einige große Twists sind überraschend, haben für mich jedoch nicht vollständig funktioniert. Rückblickend wirkte die Erzählweise dadurch stellenweise konstruiert, was mir ein leicht zwiespältiges Gefühl hinterlassen hat. Eine frühere, subtilere Andeutung, die besser in die Geschichte eingearbeitet worden wären hätte hier vermutlich für mehr Wirkung und Stimmigkeit gesorgt.
Insgesamt ist Metal Slinger für mich ein solider, aber nicht ganz überzeugender Romantasy-Auftakt. Die Geschichte hat mich durchaus mitfiebern lassen, bringt spannende Ansätze mit und legt viele Grundlagen für die Fortsetzung, zeigt aber auch deutliche Schwächen in der Ausarbeitung. Die Geschichte ist unterhaltsam und packend, verlangt jedoch Leser*innen, die Geduld mitbringen, da sich manche Handlungsstränge und Entscheidungen der Figuren erst im Verlauf wirklich erschließen. Auch das Ende lässt Raum für Einordnung, weshalb ich trotz meiner Kritik neugierig auf Band 2 bin.