Ein sehr gut recherchiertes Buch, das die Augen öffnet. Dass die Terroranschläge in Italien zwischen 1969 bis Mitte der 1980er Jahre auf das Konto der Nato Geheimarmee Gladio gehen, haben inzwischen auch Richter, Journalisten und mehrere Untersuchungskommissionen des italienischen Parlaments
festgestellt. Was Paul Williams hier aufdeckt geht aber weiter: er erklärt wie die Gründer der CIA schon…mehrEin sehr gut recherchiertes Buch, das die Augen öffnet. Dass die Terroranschläge in Italien zwischen 1969 bis Mitte der 1980er Jahre auf das Konto der Nato Geheimarmee Gladio gehen, haben inzwischen auch Richter, Journalisten und mehrere Untersuchungskommissionen des italienischen Parlaments festgestellt. Was Paul Williams hier aufdeckt geht aber weiter: er erklärt wie die Gründer der CIA schon Ende des 2. Weltkrieges planten, geheime Operationen, die weder vom US Kongress noch vom Pentagon mandatiert waren, durch "unkonventionelle" Methoden zu finanzieren, nämlich durch einen gigantischen Drogenhandel. Dabei bediente sich die CIA der Familien der Cosa Nostra in den USA und der Vatikanbank als über jeden Verdacht erhabene Waschanlage für die illegalen Einnahmen aus dem Heroinhandel.
Die Morphin-Base kam zuerst von Sudost-Asien. Nach dem Ende des Vietnamkrieges und dem Versiegen dieser Quelle setzten die Strategen der CIA ihre Augen auf den Goldenen Crescent, das Hochplateau in Afghanistan an der Grenze mit Pakistan und Iran. Das Problem war die damalige Regierung von Nur Mohammad Taraki, der das Land modernisieren wollte, die Schulbildung für Frauen förderte und die Mohnproduktion in den von Pashtuni Stämmen beherrschten Bergregionen ausrotten wollte. Der Anführer der fundamentalistischen Stämme war Gulbuddin Hekmatyar, der 1975 der Liebling der CIA wurde. Im September 1979 - Monate vor der sovietischen Invasion - wurde Taraki in einem durch Militärs organisierten Coup getötet. Als Nachfolger wurde Hafuzullah Amin installiert, der in den USA studiert hatte und Vorsitzender einer Organisation von afghanischen Studenten gewesen war, die von einer Frontorganisation der CIA, der Asia Foundation, finanziert wurde. Die Soviets befürchteten nun ein von den USA unterstütztes fundamentalistisches Regime an ihrer Grenze und marchierten am 27. Dezember 1979 in Afghanistan ein. Die CIA gab im nächsten Jahrzehn 3 Milliarden Dollar aus, um die heiligen Krieger zu finanzieren. Gleichzeitig stieg die Mohnproduktion dramatisch; Hekmatyar und seine Jihadisten waren gerne bereit, die CIA im Tausch gegen Waffen zu beliefern und die CIA veranlasste die US-Vassallen in Europa zu verkünden, dass "Deutschland am Hindokush" verteidigt werde.
Wer die Hingergründe dessen verstehen will, was die heutige Geopolitik der USA geworden ist, kommt an diesem Buch nicht vorbei.