Toxische Lektüre: Die Betrachtung von Ideologen aus dem jeweils entgegengesetzten politischen Lager folgt auch in diesem Buch einem bekannten Muster. Bereits am verwendeten Vokabular erkennt man schnell, wessen Geistes Kind die Autorin ist. Im Zentrum steht, wie für radikale Kräfte üblich die
Konstruktion des Feindbildes, so wie es hier beim politischen Gegner (korrekterweise) beobachtet wird, was…mehrToxische Lektüre: Die Betrachtung von Ideologen aus dem jeweils entgegengesetzten politischen Lager folgt auch in diesem Buch einem bekannten Muster. Bereits am verwendeten Vokabular erkennt man schnell, wessen Geistes Kind die Autorin ist. Im Zentrum steht, wie für radikale Kräfte üblich die Konstruktion des Feindbildes, so wie es hier beim politischen Gegner (korrekterweise) beobachtet wird, was an die biblische Parabel vom Splitter im Auge des Bruders erinnert (Bergpredigt). So stellt Susanne Kaiser zahlreiche, zum größten Teil sauber recherchierte Fakten und gemachte Beobachtungen in den Dienst ihrer eigenen Ideologie, was einen echten Erkenntnisgewinn auf Kosten der entsprechenden Doktrin verhindert, zu chronischen Fehlschlüssen und Unterstellungen führt und eigentlich der Abschottung des eigenen Weltbildes dient. Ausgangspunkt der entsprechenden Dystopie ist in diesem Fall das Image des sogenannten Incels, eines von Frauenhass getriebenen Psychokillers; eine Vorstellung, die der Kommunikation in entsprechenden Kreisen folgend nicht abwegig erscheint und sich, wie in den Bekennerschreiben zu verschiedenen Terrorakten dargelegt, bereits erwiesen hat. Von diesem Anker ausgehend wird schließlich in gewohnter Manier die entsprechende Weltverschwörung (im vorliegenden Fall das Patriarchat) aufgebaut, ganz so wie anhand der gegenseitigen Ideologie beschrieben. Ohne die Ironie zu erkennen, aber nicht ohne eine gewisse intellektuelle Raffinesse wird rasch jede Opposition, zunächst jede Art männerbezogener politischer Initiative, schließlich Staatsoberhäupter mit der „falschen“ Gesinnung, die Katholische Kirche , Intellektuelle, mit denen sie sich nicht messen kann (ob sie Jordan Peterson, der bekanntlich keine Gelegenheit auslässt, sich gegen jede Form der Identitätspolitik auszusprechen tatsächlich für einen Maskulinisten hält oder einfach eine unaufrichtige Diffamierung führt bleibt offen) und letztlich jede Instanz, die sich nicht der links-radikalfeministischen Doktrin unterwirft mit diesem Strohmann verbunden, was in seinen Grundzügen dem Algorithmus der klassischen Ideologien und damit dem moseanischen Mythos (nach Lewis S. Feuer) entspricht. Ich kann dieses Buch dennoch unter Vorbehalt empfehlen, da die Hintergrundthematik interessant ist und die linksideologische Perspektive musterbeispielhaft ausgeführt wird, was zu einem ganzheitlichen Einblick in das politische Zeitgeschehen beitragen kann, insofern man zu kritischem Denken in der Lage und dazu bereit ist, sich auch mit der Gegenperspektive auseinanderzusetzen. Ich empfehle hierzu bespielhaft die Lektüre des maskulistischen Ideologen Arne Hoffmann (z.B. Männerbeben oder aktuellere zum Themenfeld Geschlechterpolitik).