Das Buch hat mich begeistert!
„Der Panther“ dürfte Rilkes bekanntestes Gedicht sein, und auch so schöne Zeilen wie „Wie soll ich meine Seele halten, daß / sie nicht an deine rührt“ machen Rilke unsterblich.
Clemens J. Setz nähert sich seinem Dichterkollegen Rilke nicht analytisch, sondern
dichterisch. Er verzichtet auf eine biografische Gliederung, sondern wählt thematische Schwerpunkte wie z.…mehrDas Buch hat mich begeistert!
„Der Panther“ dürfte Rilkes bekanntestes Gedicht sein, und auch so schöne Zeilen wie „Wie soll ich meine Seele halten, daß / sie nicht an deine rührt“ machen Rilke unsterblich.
Clemens J. Setz nähert sich seinem Dichterkollegen Rilke nicht analytisch, sondern dichterisch. Er verzichtet auf eine biografische Gliederung, sondern wählt thematische Schwerpunkte wie z. B. das Prager Deutsch, Von Puppen und Schädeln, Kindheit, Das Eigenleben der Hände etc. Natürlich verortet er Rilkes Werke mit Daten in dessen Leben, aber in jedem dieser Unterkapitel fächert er das Thema breit auf mit persönlichen Assoziationen, mit Vergleichen und auch mit biografischen Hinweisen. So entsteht eine Sammlung kluger Essays, in denen Clemens Setz seine profunde Kenntnis zeigt.
Im Mittelpunkt steht immer die Sprache. Wie sollte es auch anders sein, wenn sich ein Dichter dem Werk eines Kollegen annähert. Rilkes sprachliche Virtuosität kann durch ihre Regelbrüche und unklaren bzw. unerwarteten Bezüge irritierend und irrisierend sein, aber gerade dieses Irrisierende führt bei Setz – und damit auch beim Leser – immer wieder zu Assoziationen, zu Fragestellungen und zur Reflexion. Und da liegt das Besondere dieses kleinen Buches: Clemens Setz liefert keine germanistische Analyse, sondern eine dichterische Reflexion über einen Dichterkollegen, der ebenfalls die Wirklichkeit, das Leben und sein Werk ständig reflektierte.
Große Lese-Empfehlung!