Yu Lin arbeitet als Kindermädchen für eine wohlhabende und einflussreiche Familie, bis sie eines Tages mit ihrem Freund beschließt, ihren Zögling Kuan Kuan zu entführen, um ein hohes Lösegeld zu erpressen. Doch noch während der Entführungsaktion erfährt sie, dass der Vater des Jungen verhaftet wurde
und die Mutter flüchtig ist. Sofort kehrt sie in das Haus zurück, wo sie nun diejenige ist, die die…mehrYu Lin arbeitet als Kindermädchen für eine wohlhabende und einflussreiche Familie, bis sie eines Tages mit ihrem Freund beschließt, ihren Zögling Kuan Kuan zu entführen, um ein hohes Lösegeld zu erpressen. Doch noch während der Entführungsaktion erfährt sie, dass der Vater des Jungen verhaftet wurde und die Mutter flüchtig ist. Sofort kehrt sie in das Haus zurück, wo sie nun diejenige ist, die die Entscheidungen treffen muss. Und nicht alle werden die richtigen sein.
Mit „Schwanentage“ hat Zhang Yueran einen interessanten Roman über die Labilität der oberen Schichten in China geschrieben. Ich habe es nur zufällig entdeckt, zumindest in meinem Umfeld scheint es nicht sehr präsent zu sein, und das ist schade. Dieser Zufallsfund hat sich durchaus gelohnt, obwohl ich mir vorstellen kann, dass dieses Buch sehr unterschiedliche Besprechungen bekommen wird, es scheint mir eines jener zu sein, bei denen die Chemie halbwegs stimmen muss.
Mir hat, neben der Tatsache, dass die Geschichte in einer anderen Kultur spielt, die Zeichnung der Figuren besonders gefallen. Man kommt nicht zu nah an sie heran, aber jede einzelne ist auf ihre Weise originell und interessant, ohne übertrieben zu wirken. Und trotz dieser Distanz vermittelt die Geschichte eine Unmittelbarkeit, die einem das Gefühl gibt, dabei gewesen zu sein.
Allein die Story ist für mich gegen Ende ein wenig abgeflacht. Ich muss zugeben, da hätte ich mir zwar auf einer Ebene weniger erhofft, auf einer anderen aber doch mehr erwartet. Yueran lässt einen ziemlich unvermittelt mit fast schon metaphorischen Bildern stehen.
Insgesamt war „Schwanentage“ ein Buch, das ich immer wieder gerne zur Hand genommen habe, weil ich gespannt war, wie es weitergeht. Und ja, ich hätte mir ein anderes Ende gewünscht, aber trotzdem möchte ich mehr von Yueran lesen, die ihren eigenen Weg, über ihre Themen zu erzählen, gefunden zu haben scheint. Und darum gibt es eine Leseempfehlung.