In der neu überarbeiteten Ausgabe des Klassikers von Reinhold Ruthe geht es um die Grundlagen für das beratende Gespräch in der Seelsorge, mit frischem Blick auf die heutige Praxis. Das über Jahrzehnte gereifte Wissen von Reinhold Ruthe, dem erfahrenen Psychotherapeuten, Dozenten und ehemaligen
CVJM-Generalsekretärs (1927-2023), wird in einer Weise vermittelt, die sowohl theologisch fundiert,…mehrIn der neu überarbeiteten Ausgabe des Klassikers von Reinhold Ruthe geht es um die Grundlagen für das beratende Gespräch in der Seelsorge, mit frischem Blick auf die heutige Praxis. Das über Jahrzehnte gereifte Wissen von Reinhold Ruthe, dem erfahrenen Psychotherapeuten, Dozenten und ehemaligen CVJM-Generalsekretärs (1927-2023), wird in einer Weise vermittelt, die sowohl theologisch fundiert, als auch psychologisch reflektiert ist.
Das Buch, das 237 Seiten umfasst, gliedert sich in mehrere zentrale Themenbereiche:
Seelsorge allgemein, Ratsuchende und Seelsorger in der Beratung, das Seelsorgegespräch, Umgang mit Grenzen in der beratenden Seelsorge, der Lebensstil in der beratenden Seelsorge, Schuld-Beichte-Vergebung und den Umgang mit suizidalen Ratsuchenden. Ergänzt wird das Werk durch einen praktischen Anhang mit Fragen zur Selbstprüfung.
Ruthe legt großen Wert darauf, dass Seelsorge immer „im Namen Jesu und nicht im eigenen Namen“ geschieht. Damit hebt er den geistlichen Charakter des seelsorgerlichen Handelns hervor, ohne die psychologischen Dimensionen aus dem Blick zu verlieren.
Inhaltlich richtet sich das Werk sowohl an Anfängerinnen und Anfänger, die erste Einblicke in die seelsorgerliche Gesprächsführung gewinnen möchten, als auch an erfahrene Seelsorgerinnen und Seelsorger, die ihre Haltung und Methodik reflektieren wollen. Es bietet eine Fülle an Anregungen, Tipps und Fragen, die in der Praxis hilfreich sein können.
Allerdings ist das Lesen und Durcharbeiten der vielen dichten Abschnitte durchaus anspruchsvoll. Der Text ist meist fortlaufend geschrieben und weniger didaktisch aufgelockert, was Konzentration und ein echtes Interesse an der Thematik erfordert. Wer sich jedoch die Zeit nimmt, sich auf die Inhalte einzulassen, sie zu reflektieren, findet hier eine gründliche, fundierte und praxisnahe Einführung in die Kunst seelsorgerlicher Gespräche.
Fazit: „Seelsorge, wie macht man das?“ ist ein solides, tiefgehendes und geistlich verwurzeltes Buch. Es fordert dazu heraus, sich mit der eigenen Haltung, Motivation und Persönlichkeit als Seelsorger auseinanderzusetzen. Kein leichtes Lesebuch für zwischendurch, aber ein lohnendes Arbeitsbuch für alle, die ernsthaft in die Seelsorge einsteigen oder ihre Praxis vertiefen wollen.