Die vorliegende Arbeit stellt erstmals die typologisierte Literatursprache der in der Forschung bisher wenig beachteten
adulescentes in einem diachronen und gattungsübergreifenden Überblick dar. Zunächst werden die Grundlagen altersbezogener Ethopoiie sowie der Jugendsprachdiskurs in den normativen rhetorischen Texten bei Cicero und Quintilian herausgearbeitet und rekonstruiert, stets in Auseinandersetzung mit den soziokulturellen und historischen Hintergründen. Einzelfallstudien zu Plautus, Terenz, Catull und Petron überprüfen und ergänzen die stilistischen Charakteristika anhand detaillierter Sprachstilanalysen. Dabei zeigt sich, dass der spezifische Sprachstil der jungen Männer, der
sermo iuvenilis, sich stets durch verschiedenste Formen sprachlichen Extremverhaltens auszeichnet, die in Gegensatz zu den
virtutes dicendi, den Normen guten und korrekten Stils stehen. In Auseinandersetzung mit neusprachlichen Jugendsprachtheorien wird der
sermo iuvenilis daher konsequent als Diskurstradition beschrieben. Die Arbeit leistet damit einen Beitrag zum vertieften Verständnis für Figurenkonzeptionen vor dem Hintergrund der gesellschaftlichen Rolle und der damit verbundenen Wahrnehmung eines Figurentyps.
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