John Mackenzie, der inzwischen als Beefeater im Londoner Tower arbeitet, freut sich auf einige Tage mit der gesamten Familie beim großen Clantreffen in Edinburgh. Das Treffen, organisiert von der rüstigen, inzwischen über 90 jährigen Tante Isabel wird aber vom Tod eines Komitee Mitglieds
überschattet. Während die Polizei den Todesfall als Selbstmord behandelt, ist Isabel überzeugt davon, dass Sir…mehrJohn Mackenzie, der inzwischen als Beefeater im Londoner Tower arbeitet, freut sich auf einige Tage mit der gesamten Familie beim großen Clantreffen in Edinburgh. Das Treffen, organisiert von der rüstigen, inzwischen über 90 jährigen Tante Isabel wird aber vom Tod eines Komitee Mitglieds überschattet. Während die Polizei den Todesfall als Selbstmord behandelt, ist Isabel überzeugt davon, dass Sir Robert ermordet wurde. John Mackenzie hat somit alle Hände voll zu tun, denn für die Aufklärung des Mordes hat er nur die kurze Zeit, die das Festival dauert und seine Familie, die Wettbewerbe der Clans und eine kapriziöse Künstlerin fordern außerdem seine Aufmerksamkeit.
Schon zum Ende des 1. Teils um John Mackenzie deutete sich ja an, dass die Familie zum großen Clantreffen reisen würde und somit war das Setting für den 2. Teil quasi schon bereit. Der Wechsel der Szenerie hat mir ganz gut gefallen, obwohl natürlich London und der Tower durchaus Potenzial für weitere Fälle haben.
Allerdings hält sich der Krimianteil diesmal wirklich sehr in Grenzen! Es geht hauptsächlich um Johns große und zum Teil auch anstrengende Familie, diverse Kabeleine zwischen Johns Mutter und Tante Isabel, Probleme zwischen Johns Schwester und Tochter Rennie, die tatkräftig das Festival mitorganisiert hat, ihre Eltern aber mit einem neuen Freund und Änderungen bei ihrem Studium schockt, nehmen viel Raum ein. Auch John überheblicher und von sich überzeugter Cousin Superintendent Simon Whittington ist vor Ort, da er an einem Golftournier teilnimmt und sich tatsächlich bei der Mördersuche als hilfreich erweist, sorgt wieder mit seiner arroganten Art für Ärger bei der Familie und für Heiterkeit beim Leser. Es gibt einige unterhaltsame Wortwechsel, auch wenn Simon mit der örtlichen Polizei aneinandergerät.
Viel Raum nimmt auch das detailliert beschriebene Clantreffen ein, bei dem natürlich nicht alles rund läuft und Isabel, Rennie und die anderen Helfer vor reichlich Probleme stellt. Hier hätte man doch ein wenig straffen können und dem Krimi etwas mehr Raum geben können, denn so ist der Krimifall in den ersten zwei Dritteln eigentlich nur Randgeschehen. Das alles ist zwar recht unterhaltsam und launig zu lesen, aber bei einem Krimi erwartet man dann doch etwas mehr Spannung.
FaziT: Wenig Krimi, dafür viel "nettes Drumherum" von Johns verzweigter und anstrengender Familie. Ein gelungenes, stimmiges Schottlandflair sorgt zusammen mit den sympathischen Charakteren für unterhaltsame Lesestunden, aber für meinen Geschmack hätte es durchaus ein wenig mehr Spannung sein dürfen.