Das Buch habe ich bereits vor einer Woche fertig gelesen. Und trotzdem schreibe ich erst jetzt meine Rezension, weil ich die Geschichte erstmal verdauen musste, weil sie tiefer ging, als ich erwartet hatte.
"Tomorrowland" spielt im Jahr 2084 in Deutschland. Eigentlich noch weit entfernt, von den
politischen Verhältnissen im Buch jedoch sehr nah an unserer Realität. Und genau das ist es, was…mehrDas Buch habe ich bereits vor einer Woche fertig gelesen. Und trotzdem schreibe ich erst jetzt meine Rezension, weil ich die Geschichte erstmal verdauen musste, weil sie tiefer ging, als ich erwartet hatte.
"Tomorrowland" spielt im Jahr 2084 in Deutschland. Eigentlich noch weit entfernt, von den politischen Verhältnissen im Buch jedoch sehr nah an unserer Realität. Und genau das ist es, was schockiert, aufwühlt und mitnimmt. Das Buch zeigt schonungslos die Folgen auf, was passieren könnte, wenn wir nicht jetzt anfangen zu handeln. Wenn wir nicht jetzt die Dinge hinterfragen und versuchen zu ändern. Die rechte Strömung in diesem Buch ist so präsent, dass mir nicht nur einmal schlecht und himmelangst beim Lesen wurde. Die Menschen in der Geschichte haben absolut gar nichts aus der Vergangenheit gelernt.
Die Bezeichnung, die sich hinten auf dem Buch findet "eine aufrüttelnde, düstere Dystopie" trifft es ganz genau. Wobei es in Teilen nicht mal wirklich eine Dystopie ist, die per Definition eine fiktionale, in der Zukunft spielende Geschichte ist. Natürlich ist die Geschichte fiktiv, aber sie ist so nah an unserer Realität, dass es mir wirklich Angst macht.
Die Autorin und der Autor erzählen die Geschichte schonungslos. Die Altersangabe "ab 16" ist unbedingt zu beachten und meiner Meinung nach auch einzuhalten. Vor Szenen, die Gewalt schildern wird ebenso kein Halt gemacht, wie vor unfassbar traurigen und düsteren Szenen. Für diese Art der Geschichte ist das auch absolut nötig und richtig. Die Geschichte würde nicht so tief gehen und aufwühlen, wenn sie nicht die schlimmsten Seiten der Menschheit zeigen würde. Sie ist so eindringlich erzählt, dass sie sicherlich noch sehr lange nachhallen und nicht in Vergessenheit geraten wird.
Meiner Meinung nach ist das Buch eines, das sich sehr gut als Schullektüre eignet. Sie bietet eine gute Grundlage für Diskussionen , Gespräche und dafür über das eigene Weltbild nachzudenken. Sie bietet so viele Möglichkeiten wachzurütteln, dass sie genau in die Hände von Jugendlichen gehört.
Die Geschichte ist mit guten 300 Seiten recht kurz gehalten. Dies führt zum einen dazu, dass eigentlich permanent Spannung vorhanden ist. Dass die Geschichte sehr schnell vorwärts kommt und immer wieder zu überraschen weiß. Leider führt dies aber auf der anderen Seite auch dazu, dass die Charaktere nicht die benötigte Tiefe und Entwicklung bekommen, die ihnen gut tun würde. Ich hätte sie sehr gerne noch viel besser kennengelernt, um sie zu verstehen. Auch hätte es den Beziehungen untereinander gut getan, noch etwas mehr Zeit zu bekommen. Da dies aber eine Vorgabe des Verlages war und nicht in der Hand der Schreibenden lag, ist das so zu akzeptieren und ich finde auch, dass die beiden es für diesen geringen Umfang wirklich sehr gut gemacht und alles wichtige untergebracht haben. Ich wünschte, der Verlag hätte hier mehr Mut gehabt und der Geschichte den verdienten Raum gegeben, denn ich bin mir sicher, dass sie dann noch mehr Tiefe gehabt hätte.
Neben dem Thema der Rechtsradikalität ist nämlich auch der Klimawandel ein Thema, welches hier sehr präsent ist und gut verarbeitet wurde. Hier wird mit wenigen erschreckenden Bildern aufgezeigt, wie es sein könnte, wenn wir zum Beispiel keine Bienen mehr haben. Wie es sein könnte, wenn die Wasserversorgung auch hierzulande bedrohlich knapp wird.
Beide Themen wurden wunderbar miteinander verflochten und vor allem der Klimawandel benötigte nicht viele Worte um so eindringlich geschildert zu werden, wie es in dem Fall nötig ist. Aber auch hier wäre es natürlich schöner gewesen, wenn die Autorin und der Autor Zeit gehabt hätten, dieses Thema noch weiter auszubauen, auch wenn das Thema Klimawandel trotz des geringen Umfangs sehr gut umgesetzt wurde.
Das Ende ist passend zur Geschichte gewählt. Ich möchte hier keine Spoiler verbreiten, deshalb werde ich mich zur Art des Endes nicht äußern. Allerdings muss ich zugeben, dass dies der Teil des Buches ist, der mir am wenigsten gefallen hat. Das liegt noch nicht mal so sehr am Ausgang der Geschichte. Nein, viel mehr liegt es daran, dass ganz am Ende nochmal mehrere "neue" Themen in die Geschichte geworfen wurden und das auf den letzten Seiten. Das war für meinen Geschmack einfach etwas zu viel des Guten. Ansonsten hat die Geschichte aber den Ausgang bekommen, der zum Verlauf passt.
Eine gelungene Dystopie, die leider viel zu nah an unserer Realität ist. Die schockiert, Angst macht, schonungslos erzählt und dabei nicht nur einmal zum Nachdenken anregt.