»Über die Berechnung des Rauminhalts I«
ist ein Gedankenexperiment. Du bist Tara. Mit deinem Mann betreibst du einen Handel mit antiquarischen Büchern. Abgesehen von einer eingeschlichen Routine, bist du eine zufriedene Frau in der Mitte deines Lebens. Du fährst auf eine Auktion. Dann kommt der
18.November und deine Welt gerät aus den Fugen.
Für dich ist Groundhog Day. Du erwachst und es ist…mehr»Über die Berechnung des Rauminhalts I«
ist ein Gedankenexperiment. Du bist Tara. Mit deinem Mann betreibst du einen Handel mit antiquarischen Büchern. Abgesehen von einer eingeschlichen Routine, bist du eine zufriedene Frau in der Mitte deines Lebens. Du fährst auf eine Auktion. Dann kommt der 18.November und deine Welt gerät aus den Fugen.
Für dich ist Groundhog Day. Du erwachst und es ist wieder der 18. November, Tag für Tag. Das bedeutet nicht, dass immer alles gleich verläuft. Im Gegenteil, du greifst nach allen Variationen, Stimmungen, Orten und Begegnungen. Du berechnet den Inhalt dieses begrenzten Raums, du erforscht, was dauerhaft verändert bleibt und was wieder zurück wandert zum Nullpunkt des 18. Novembers.
Dein Geliebter glaubt dir, ihr seid euch nahe, doch so sehr ihr es versucht, in der Nacht wandert seine Wahrnehmung und Erinnerung wieder auf Null. Du beginnst die Tage zu dokumentieren, irgendwann sind es zu viele, um sie deinem Liebsten zu berichten. Freude und Verbundenheit weichen zurück. Du bist gereizt, dann entdeckst du den Kosmos. Du spürst eine neue Kraft. Du gehst zurück zu deinem Ursprung des 18. Novembers und lauerst auf Hinweise für Variationen und Risse, bereit in den 19. November zu springen.
»Über die Berechnung des Rauminhalts I«, das sind Taras Tagebuch-Aufzeichnungen, die sie mit fortschreitend nummerierten Hashtags versieht. 170 komprimierte Seiten halten uns im Kosmos Tara's. Es ist kaum möglich, sich ihren Wahrnehmungen, ihrer Logik und ihren klugen Gedanken zu entziehen. Doch brauchen wir Abstand, der uns öffnet für weitere Blicke auf die vielen Schichten dieses Romans. Ist es übersinnlich, ist es Science Fiction oder das Wahngerüst einer Frau, deren Welt aus den Fugen ist? Ist das wesentlich für den Genuss und die evozierten Gedanken dieses Romans, der die Unerklärlichkeiten unserer Existenz in den Blick nimmt? Wahrscheinlich nicht sehr, aber die nächsten 6 Teile der »Berechnung des Rauminhalts« werden suchen und uns weitere Ebenen erspielen. Mich hat Balle für sich eingenommen, ich bin inspiriert.