Ein Junge von 13 Jahren zieht vor der aufkommenden Khomeini-Islam-Wende und dem Irak-Krieg aus Teheran hinaus in die weite Welt, er kommt mit der Planung seiner Eltern nach Wien und lernt durch Zielstrebigkeit, Konsequenz und Ausdauer bzw. auch viel Zufall, wie man sich durchboxt und richtig gute
Werbung macht. Seine Eltern gehören der ältesten Religion in Persien an, den Zoroastriern.…mehrEin Junge von 13 Jahren zieht vor der aufkommenden Khomeini-Islam-Wende und dem Irak-Krieg aus Teheran hinaus in die weite Welt, er kommt mit der Planung seiner Eltern nach Wien und lernt durch Zielstrebigkeit, Konsequenz und Ausdauer bzw. auch viel Zufall, wie man sich durchboxt und richtig gute Werbung macht. Seine Eltern gehören der ältesten Religion in Persien an, den Zoroastriern. Interessiert hätte mich, wie er seinen Kulturkreis/Religion als Grundlage seiner Motivation empfunden hat und wie er die Chancen von Islamanhängern im Westen einschätzt. Man kann dies indirekt aus seinem Verhalten ablesen, das ich mit dankbarer Hinwendung zu einer anderen Kultur, Vergeben und Verzeihen umkreisen würde. Aus Zitronen macht er immer Zitronenlimonade. In der Schule lässt man ihn merken, dass er ein Fremder ist, Kinder können wirklich sehr ausgrenzend sein. Trotzdem gibt er nicht auf, ist nicht nachtragend.
Man kann das Buch aus unterschiedlichen Perspektiven lesen. Für mich war es vor allem die Beschreibung seiner grundlegenden Werte und wie er quasi aus dem Nichts in einer 1-Zimmer-Wohnung in Wien nach oben wollte, sich immer weiter pushte und nie aufgab. Aufgeben war nie eine Option und neue Herausforderungen waren für ihn Glück und Vorwärtsgehen. Seine Dankbarkeit seinem ersten Helfer gegenüber in Wien ist zu Herzen gehend beschrieben, Amir Kassaei verurteilt andere nicht, sondern urteilt nur über sich selbst und findet immer neue Wege, das Ungewöhnliche zu erreichen.
Sein Wissen um gute Werbung holt er sich aus alten Werbe-Jahrbüchern und entwickelt Ideen einfach so für sich, nachts, während er Buchhalter in einer Werbeagentur ist. Später, bei den großen und erfolgreichen Werbeagenturen dieser Welt lässt er sich nie ein X für ein U vormachen, er lernt, noch härter gegen sich selbst zu sein, um noch bessere Ideen zu entwickeln. Entmutigen zählt nicht, er fährt sogar auf eigene Kosten zu einem Kunden, um dort, nach 12 Stunden Warten, eine Kampagne zu verkaufen.
Die Erfolge in Agenturen wie Springer Jacoby oder DDB zeigen die unverwüstliche Willenskraft von Amir Kassaei und erst ganz am Ende erfahren wir, warum und wie er aus dem Iran geflohen ist. Er durchschaute den KoranSingSang und das Elend der Kindersoldaten, die vom islamischen Führer geopfert wurden, alle ans Tor zum Paradies geführt, mit unglaublichen Versprechungen. Wer einer solchen Hölle entkommen konnte, fürchtet im Grunde nichts mehr.
Ein Buch, das mich sehr berührt hat, spannend und motivierend auf jeder Seite.