Der neue Stern am Urban-Fantasy-Romance-Himmel „When Angels Fall“ von Lisa Mariah, erschienen am 31.10.2025 im Dunkelstern-Verlag, entführt uns in eine Welt voller Engel und erinnert uns daran, dass kein Wesen jemals ausschließlich gut oder böse sein kann – was zählt, sind unsere
Entscheidungen.
Optisch funkelt dieser Stern besonders hell – dem Buch liegt beim Kauf direkt auf der Seite des…mehrDer neue Stern am Urban-Fantasy-Romance-Himmel „When Angels Fall“ von Lisa Mariah, erschienen am 31.10.2025 im Dunkelstern-Verlag, entführt uns in eine Welt voller Engel und erinnert uns daran, dass kein Wesen jemals ausschließlich gut oder böse sein kann – was zählt, sind unsere Entscheidungen.
Optisch funkelt dieser Stern besonders hell – dem Buch liegt beim Kauf direkt auf der Seite des Verlags eine Gebrauchsanweisung für den neuen Dunkelstern und auch eine Charakterkarte bei. Auch der Vor- und Nachsatz des Buches ist gestaltet – er zeigt jeweils eine gotische Kathedrale aus weißen und schwarzen Steinen erbaut, um die beiden Engelsvölker zu repräsentieren. Auf den ersten Seiten finden wir einen Hinweis auf die Triggerwarnung, die wir hinten im Buch konsultieren können, sodass jeder selbst entscheiden kann, ob er mögliche Spoiler in Kauf nimmt, oder nicht. Außerdem werden wir mit einer Playlist aus thematischen passenden Songs begrüßt. Ich nutze diese gerne, um mich auf das Buch einzustimmen oder auch zwischendurch, wenn ich gerade nicht lesen kann, um gedanklich bei der Story zu bleiben. Wie üblich für den Dunkelstern-Verlag finden wir unten auf den Seiten auch wieder die typische Stern-Illustration. Darüber hinaus gibt es sehr schöne Feder- und Nelken-Zeichnungen bei Kapitelbeginn. Die Titel der einzelnen Abschnitte sind auf Englisch verfasst.
Ein Vorwort erklärt uns gewissermaßen die „Spielregeln“ der beiden Welten, in denen wir uns bewegen werden: die der Unter- und der Menschenwelt. Die Lichtengel leben in letzterer, hauptsächlich in der Hauptstadt Umbrane Heaven. Dabei verstecken sie ihr Wesen nicht, sondern werden von den Menschen als gleichwertig behandelt oder aber dafür geschätzt, dass sie ihren Schutzauftrag ausführen. So wird jedem Lichtengel bei der Geburt ein Schützling zugewiesen. Diesen schützen sie vor Einflüssen, aber auch vor der Dunkelheit. Ein Umstand, der den Schattenengeln deutlich missfällt – wieso sollten sie den Menschen dienen? Es kommt zur Rebellion und die Schattenengel, unter dem Anführer Maphas, werden in die Unterwelt verbannt. Ein Ort, an dem keine Pflanzen wachsen, da es weder Regen noch einen Tag-Nacht-Rhythmus gibt und wo selbst die gefallenen Engel langsam von der Dunkelheit verschlungen werden. Die Lichtengel dagegen leben friedlich unter der Herrschaft ihres Anführers Camael.
Wir befinden uns in der Moderne und lernen die beiden Protagonisten Idalia und Zion über einen Rückblick kennen. Die beiden sind noch Kinder, als sie Zion vollkommen allein und ohne Gedächtnis auf einem Spielplatz trifft. Zwar ist es offensichtlich, dass er den Schattenengeln angehört, dennoch nimmt ihre Familie ihn wie einen Sohn auf. Über die Jahre entwickelt sich eine zaghafte, unschuldige Liebe zwischen den beiden – bis Zion Idalia schließlich ohne ein Wort der Erklärung zurücklässt und damit ihr Herz bricht. Allerdings ist es kein Abschied für immer. Ein neuer Anführer präsentiert sich den Lichtengeln, nachdem Camael ermordert wurde. Law – doch es ist Zion, der das Volk lediglich manipuliert hat, damit es ihn liebt und unterstützt. Einzig Idalia und ihr näherer Bekanntenkreis bleibt von dieser Gehirnwäsche verschont. Um die Schattenengel wieder in die Menschenwelt zu führen, muss Zion jedoch unsterblich werden, was nur möglich ist, in dem er ein Verbindungsritual mit jemandem eingeht. Die perfekte Kandidatin scheint schnell gefunden. Doch als Idalia begreift, dass Zion ebenfalls dem Untergang geweiht ist, wenn seine Auserwählte stirbt, trifft sie eine folgenschwere Entscheidung…
Die Kapitel sind entweder aus Idalias oder Zions Perspektive geschrieben – dies wird zu Beginn angegeben – und eher kurz gehalten. Auf diese Art und Weise kann der Leser sich in die Gedankenwelten der beiden Protagonisten sehr gut einfühlen und ihre Intentionen nachvollziehen. Gleichzeitig bedeutet dies aber auch, dass die Nebencharaktere weniger Aufmerksamkeit bekommen und teilweise nicht besonders vielschichtig geschrieben sind. Themen wie physische und psychische Gewalt geben der Geschichte Tiefe und erklären das Verhalten der Charaktere, während tropes wie Found Family die nötige Leichtigkeit verleihen, um diese dunklen Themen zu behandeln. Dennoch beschäftigt sich das Buch mit intensiven Gefühlen, weshalb ein Blick in die Triggerwarnung zu Beginn für einige Leser sicher empfehlenswert ist. Sprachlich bedient sich die Autorin der modernen Umgangssprache, schreckt aber auch vor Kraftausdrücken wie „Fuck“ oder „Wichser“ nicht zurück.
Das Ende der Geschichte kommt sehr überraschend und konnte mich persönlich nicht ganz überzeugen, bringt aber definitiv einen unerwarteten Plottwist mit sich.
Wer Lust auf eine etwas andere Liebesgeschichte hat, die über die Grenzen der Welten hinausgeht, wird hier einen neuen Stern finden, der ganz für sich allein im Regal funkelt – der Band steht für sich und ist keine Fortsetzung geplant.