Ich habe dieses Buch in einer Phase gelesen, in der sich alles irgendwie zu viel angefühlt hat – Gedanken, Erwartungen, Unsicherheiten. Und genau da hat Axel Hacke mich abgeholt. „Wie fühlst du dich?“ klingt wie eine einfache Frage, aber das Buch zeigt, wie schwer sie wirklich zu beantworten ist –
und wie wichtig es ist, sich ihr trotzdem zu stellen.
Hacke schreibt nicht als Experte, sondern…mehrIch habe dieses Buch in einer Phase gelesen, in der sich alles irgendwie zu viel angefühlt hat – Gedanken, Erwartungen, Unsicherheiten. Und genau da hat Axel Hacke mich abgeholt. „Wie fühlst du dich?“ klingt wie eine einfache Frage, aber das Buch zeigt, wie schwer sie wirklich zu beantworten ist – und wie wichtig es ist, sich ihr trotzdem zu stellen.
Hacke schreibt nicht als Experte, sondern als jemand, der selbst beobachtet, hinterfragt, sich wundert. Seine Gedanken sind oft klug, manchmal witzig, und immer menschlich. Ich hatte beim Lesen das Gefühl, dass jemand laut ausspricht, was ich oft still mit mir herumtrage: die Überforderung in einer Welt, die ständig etwas von einem will, die Angst, nicht zu genügen, das Bedürfnis, einfach mal durchzuatmen.
Besonders schön finde ich, dass das Buch keine Patentlösungen bietet. Es will nicht therapieren oder analysieren, sondern eher Raum schaffen – für Nachdenken, für das Zulassen von Emotionen, auch für Widersprüche. Die Texte sind wie kleine Gespräche mit einem älteren Freund, der nicht urteilt, sondern einfach zuhört und Impulse gibt.
Was mir besonders naheging, war Hackes Blick auf die Gesellschaft: Wie wir funktionieren sollen, funktionieren wollen – und dabei oft unsere echten Gefühle übergehen. Er erinnert daran, dass Emotionen nichts Schwaches oder Peinliches sind, sondern zutiefst menschlich.
Ein leises, kluges Buch, das nicht laut auf sich aufmerksam macht – aber genau deshalb lange nachhallt. Es hat mir geholfen, meine Gefühle ernster zu nehmen, sie nicht wegzuschieben. „Wie fühlst du dich?“ ist kein klassischer Ratgeber, sondern eher ein kleiner Kompass für den inneren Raum. Und vielleicht genau das, was wir gerade brauchen.