Meine Meinung:
“Winterknistern auf Schottisch” ist bereits der siebte Band der „Liebe in Loch Ness“-Reihe, lässt sich aber völlig unabhängig lesen. Für mich war es das erste Buch der Reihe – und ich hatte zu keiner Zeit das Gefühl, etwas verpasst zu haben. Ganz im Gegenteil: Die Geschichte hat
in mir sofort die Neugier geweckt, auch die anderen Bände lesen zu wollen, besonders die von Deirdre.…mehrMeine Meinung:
“Winterknistern auf Schottisch” ist bereits der siebte Band der „Liebe in Loch Ness“-Reihe, lässt sich aber völlig unabhängig lesen. Für mich war es das erste Buch der Reihe – und ich hatte zu keiner Zeit das Gefühl, etwas verpasst zu haben. Ganz im Gegenteil: Die Geschichte hat in mir sofort die Neugier geweckt, auch die anderen Bände lesen zu wollen, besonders die von Deirdre. Eine winterliche Lovestory in Schottland, die mein Herz berührt und mir viele wohlige Lesestunden geschenkt hat.
Maggy sieht sich selbst als Nerd, kleidet sich unauffällig und fühlt sich am wohlsten auf Online-Gaming-Plattformen. Beruflich arbeitet sie im Personalwesen – ein Job, den sie hasst, den sie aber aus finanziellen Gründen und vor allem aus Rücksicht auf die Erwartungen ihres Vaters ausübt. Eigentlich träumt sie von etwas Kreativem, doch den Mut, sich von seinem Wunsch zu lösen, konnte sie bisher nicht aufbringen. Besonders ihr unterkühltes Verhältnis zu ihrem Vater ging mir sehr nahe: Nach dem Tod ihrer Mutter fehlt ihr jeglicher Halt, Liebe oder Anerkennung. Egal, was sie tut – sie scheint ihm nie zu genügen. Das tat beim Lesen wirklich weh.
Umso erleichterter war Maggy, dass ihre Freundin Deirdre sie nicht dazu zwingt, ihr Versprechen einzulösen, mit ihr shoppen zu gehen – denn Maggy hasst Shopping. Stattdessen lädt Deirdre sie spontan übers Wochenende nach Schottland ein. Eine Einladung, die für Maggy mehr verändert, als sie je erwartet hätte.
Lewis ist ebenfalls ein Nerd, arbeitet in der IT-Branche und entwickelt Computerspiele. Nach außen wirkt er wie ein arroganter, zerstreuter Freigeist mit deutlichen Spice-Vibes. Er ist Single, glaubt nicht mehr an die Liebe und lenkt sich mit wechselnden Bettgeschichten ab. Beruflich steckt er allerdings in einer kreativen Krise. Sein Freund Stuart (Deirdres Partner) rät ihm, für eine Weile komplett auf Frauen zu verzichten, um seine Kreativität wieder anzukurbeln. Genervt von den ständigen Ratschlägen schlägt Lewis auf eine Challenge ein: drei Monate kein sexueller Kontakt. Direkt nach der Zusage bereut er sie – und genau da nimmt die Geschichte Fahrt auf.
Die erste Begegnung zwischen Maggy und Lewis ist herrlich skurril – die zweite, bei der Maggy sich ausgerechnet bei ihm um einen Job bewirbt, noch mehr. Anfangs ist Maggy extrem nervös, doch sobald sie etwas auftaut, entstehen wunderbare, spitze Dialoge, bei denen ich mehrfach schmunzeln musste.
Besonders gefallen hat mir Maggys Entwicklung: Ihr Mut, London hinter sich zu lassen und in Schottland neu anzufangen – und das auch noch in einem völlig anderen Job – ist beeindruckend. Trotz ihrer schwierigen Kindheit und des lieblosen Elternhauses wirkt sie unglaublich stark. Mit jeder Seite wird sie selbstbewusster, findet zu sich selbst und lernt sogar, ihrem Vater endlich Grenzen zu setzen.
Lewis wiederum entpuppt sich hinter seiner lockeren, fast chaotischen Fassade als vielschichtiger Charakter. Sein Job war spannend zu verfolgen, und ich habe es geliebt, ihn gedanklich nach Tokio und auf die Malediven zu begleiten. Diese Einblicke haben der Geschichte zusätzlich Tiefe gegeben.
Die Nebencharaktere bestehen größtenteils aus glücklichen Paaren aus den vorherigen Bänden. Auch wenn man deren Vorgeschichten nicht kennt, fügen sie sich harmonisch ein und machen Lust, ihre eigenen Geschichten kennenzulernen.
Die Handlung spielt im winterlichen Schottland, ist aber zu jeder Jahreszeit wunderbar lesbar. Die Atmosphäre ist warm, gefühlvoll und lädt zum Abschalten und Genießen ein.
Der Schreibstil ist locker, frisch und sehr flüssig. Das Buch liest sich schnell weg und bietet pure Wohlfühllektüre. Besonders gefallen hat mir, wie zart und glaubwürdig sich das Band zwischen Maggy und Lewis entwickelt. Das langsame Kennenlernen, die leisen Herzklopfmomente und das zunehmende Knistern waren einfach wunderschön.
Ganz ohne seitenlange Spice-Szenen entfaltet die Geschichte eine enorme romantische Wirkung – genau mein Geschmack.
Ein kleiner Kritikpunkt: Die Darstellung von Maggys schlimmstem Vorgesetzten in London und dessen Verhalten gegenüber Deirdre wurde mir etwas zu häufig betont. Wenn man den vorherigen Band nicht kennt, entsteht kurz das Gefühl, einen Teil der Geschichte verpasst zu haben.
Fazit:
“Winterknistern auf Schottisch” ist eine gefühlvolle, unterhaltsame und romantische Lovestory, die das Herz zum Schmelzen bringt. Die Charaktere entwickeln sich glaubwürdig weiter, die Dialoge sind charmant und das Knistern zwischen Maggy und Lewis wächst ganz wunderbar – leise, intensiv und voller Emotionen.
⭐ 5 von 5 Sternen für diese gelungene Geschichte mit Herzmomenten und liebevollen Liebesgeständnissen.