Bei einer nicht näher definierten Konferenz im spanischen Salamanca wird ein Anschlag auf den amerikanischen Präsidenten verübt. Eine Bombe explodiert, Panik bricht aus, die Agenten suchen und stellen den oder die Täter.
Wie macht man aus ca. 10-15 min Handlung einen Film von 90 Minuten? Indem
man die Geschichte einfach 8 Mal erzählt mit leicht unterschiedlichen Erzählperspektiven, die sich…mehrBei einer nicht näher definierten Konferenz im spanischen Salamanca wird ein Anschlag auf den amerikanischen Präsidenten verübt. Eine Bombe explodiert, Panik bricht aus, die Agenten suchen und stellen den oder die Täter.
Wie macht man aus ca. 10-15 min Handlung einen Film von 90 Minuten? Indem man die Geschichte einfach 8 Mal erzählt mit leicht unterschiedlichen Erzählperspektiven, die sich dabei langsam ergänzen und immer wieder überschneiden.
Prinzipiell eine gute Idee mit den 8 Blickwinkeln. Der Titel lässt vermuten, dass 8 verschiedene Perspektiven erzählt werden, die durch ihre unterschiedlichen, subjektiven Sichten einerseits konträr sind, sich letztendlich aber zu einem großen Ganzen fügen, wie man das von Zeugenaussagen kennt. Leider weit gefehlt, die Geschichte wird nur aus Sicht von 8 verschiedenen Personen (auch der Täter) erzählt und diese Erzählweise lässt deutlich zu wünschen übrig. Zum einen ist da die extrem ausgelutschte Idee des Anschlags auf den amerikanischen Präsidenten durch eine nicht näher bezeichnete Terrororganisation mit nicht vorhandenem Motiv. Viele der Szenen der 8 Blickwinkel wiederholen sich immer wieder, wohl zur Orientierung, man spricht den Zuschauer einfach die Intelligenz ab, die Handlung auch ohne diese sich ständig immer wieder wiederholenden Szenen zusammensetzen zu können. Andererseits spart es natürlich Geld, wenn man eine Szene gleich 4 oder mehrmals wiederverwenden kann.
Das Ganze wird anschließend mit einer typisch amerikanischen Verfolgungsjagd im Auto und der unvermeidlichen Materialschlacht gewürzt.
Mir stellte sich vor allem die eine Frage: Wie kann man ein Doppelgänger einsetzen, der seinem Vorbild nicht annähernd ähnlich sieht? Halten die Filmemacher das Volk bzw. die Europäer für so dumm und naiv, dass sie den amerikanischen Präsidenten nicht erkennen und einem anderen zujubeln? Was für ein Bild wirft das auf die Sichtweise auf Europa durch die Amerikaner bzw. sind die Amerikaner selber so dumm, dass ihnen der Unterschied zwischen Präsident und Doppelgänger nicht auffallen würde?
Für die Romantiker dann noch schnell eine Kindsrettung inmitten all des Todes und eine tränenreiche Versöhnung am Telefon, falls die eigenmächtige Hinrichtung eines spanischen Tatverdächtigen im eigenen Land durch einen amerikanischen, also fremden, Agenten Anstoß erregt haben sollte. Wie arrogant ist das denn?