Tom Ripley schlägt sich als Klavierstimmer in NY mehr schlecht als recht durch, als er vom millionenschweren Werftbesitzer Herbert Greenleaf darum gebeten wird, seinen Sohn Dickie, der sich in Italien niedergelassen hat, dazu zu überreden wieder in die USA zurückzukehren. Tom kommt dieser Bitte nach
und drängt sich gekonnt in das Leben von Dickie und seine Freundin Marge. Dickie ist zunächst…mehrTom Ripley schlägt sich als Klavierstimmer in NY mehr schlecht als recht durch, als er vom millionenschweren Werftbesitzer Herbert Greenleaf darum gebeten wird, seinen Sohn Dickie, der sich in Italien niedergelassen hat, dazu zu überreden wieder in die USA zurückzukehren. Tom kommt dieser Bitte nach und drängt sich gekonnt in das Leben von Dickie und seine Freundin Marge. Dickie ist zunächst amüsiert vom unsicheren, täppischen Tom, sieht ihn als Protegé an und will ihm beibringen, wie man lebt, wenig ahnend, was Tom für ihn empfindet und dass er ihn beneidet. Als Tom Dickie nach einen Streit im Affekt tötet, nimmt er dessen Identität an und beginnt zwei Leben zu führen, um seine Spuren zu verwischen.
Der Film basiert auf dem gleichnamigen Roman von Patricia Highsmith aus dem Jahr 1955 und spielt auch zu dieser Zeit. Das ist das erste Problem des Films. Die Kostüme sind 50er Jahre, aber irgendwie kommen die 50er nicht rüber, man spürt überall die 90er Jahre, ich kann aber nicht genau beschreiben woran das liegt, mir fiel es wirklich schwer, die Zeit richtig zu verorten, das irritierte mich den ganzen Film über.
Vor einigen Jahren habe ich das Hörbuch mal gehört, das war sehr gut verständlich. Hier jedoch, bei diesem Film fehlt etwas: Die Motivation Toms. Warum tut er das alles? Warum imitiert er Dickie von Anfang an? Im Buch hat er von Beginn den Plan Dickie zu töten, hier tötet er ihm im Affekt, damit ist das Motiv irgendwie hinfällig. Der homosexuelle Aspekt wird zwar angedeutet, kommt aber nie wirklich klar zum Ausdruck und man fragt sich, ob Tom das alles nur spielt. Auch der Schluss weicht deutlich ab und ist meiner Meinung nach nicht sonderlich gelungen. Ich fand es im Roman gut, dass Tom ungeschoren davon kommt, die Schiffsepisode war einfach nur unnötig.
Die Schauspieler sind soweit gut, jedoch ging mit Matt Damons riesiges Strahlegebiss irgendwann unglaublich auf die Nerven und auch Gwyneth Paltrow wirkte irgendwie gespielt und steif. Während das (Hör-)Buch nie langweilig wurde, hat der Film teils echte Längen. Irgendwas fehlt dem Film, irgendwas sehr subtiles, das ich nicht benennen kann, aber dieses Etwas ist nötig, um einen Film wirklich gut zu machen.