Die Schlacht am Roten Felsen ist die berühmteste Schlacht der Chinesischen Geschichte, sie war die entscheidende Schlacht im Winter 208 zwischen dem südlichen Kriegsherren Liu Bei und Sun Quan und dem nördlichen Kriegsherren Cao Cao um das Reich der Han.
Ein klassischer Monumentalfilm, sogar aus
europäischer Sicht. Ungewöhnlich nur, dass er eine Schlacht behandelt, die in China die berühmteste…mehrDie Schlacht am Roten Felsen ist die berühmteste Schlacht der Chinesischen Geschichte, sie war die entscheidende Schlacht im Winter 208 zwischen dem südlichen Kriegsherren Liu Bei und Sun Quan und dem nördlichen Kriegsherren Cao Cao um das Reich der Han.
Ein klassischer Monumentalfilm, sogar aus europäischer Sicht. Ungewöhnlich nur, dass er eine Schlacht behandelt, die in China die berühmteste der Geschichte ist, von der man in Europa jedoch kaum gehört haben dürfte. Das ist auch die größte Schwierigkeit für Europäer bei diesem Film. Schauen wir einen Monumentalfilm über die Europäische Geschichte, dann wissen wir, worum es geht. Die Tudors dürften für Chinesen wohl genauso eine Herausforderung sein, wie die Schlacht am Roten Felsen für Europäer. Die verschiedenen Allianzen sich schwer richtig zu erfassen, ohne den historischen Hintergrund. Man sollte nun annehmen, dass ohne solide Kenntnisse in chinesischer Geschichte nur noch ein Schlachtenepos übrig bleibt, dem ist jedoch nicht so. Der Film vermittelt die politischen Verhältnisse soweit verständlich, ist in dieser Hinsicht also tatsächlich ein wenig lehrreich. Die Schlachten selber sind erstaunlich unterhaltsam, was wohl am Schildbürgerwitz der beiden Kriegsherren Liu Bei und Sun Quan liegt. Ihre Kriegslisten sind unterhaltsam, so die Beschaffung von Pfeilen, die auf sehr kreative Dinge erledigt wird. Der Film basiert angeblich auf "The Romance of Three Kingdoms" von Luo Guan-zhong, einem chinesischen Literaturklassiker aus dem 14. Jahrhundert.
Die Schauspieler sind durchweg außerordentlich gut. Sie bewahren die asiatischen Eigenheiten auch in der Spielweise ohne jedoch so überdreht zu wirken, wie das in asiatischen Filmen oft der Fall ist.
Die Bilder und die Kameraführung sind ein Augenschmaus, die Kulissen detailreich. Einige Animationen sind zwar sehr offensichtlich und unterdurchschnittlich (so z. Bsp. Die feindliche Flotte am Jang Tse Fluss), das ist aber nicht wirklich schlimm.
Leider bekommt man in Europa nur eine stark (auf die Highlights?) gekürzte Version des vierstündigen Epos. Angeblich wurden vor allem explizite Gewaltdarstellungen entfernt (auf die kann ich auch durchaus verzichten), dennoch hatte ich zwischendurch das Gefühl, dass Informationen fehlten. Wie kam es, dass die Prinzessin Sun Shang Xiang die Gegner infiltrierte? Teilweise hätte ich mir deutlich mehr Handlung bezüglich der Allianzen und Bündnisse gewünscht. Wer paktiert mit wem und warum? Eine Orientierung bei den vielen Personen fiel mir anfangs recht schwer, da hätte ich deutlich mehr Vorlaufzeit für die einzelnen Personen gebraucht, um sie kennenzulernen und zuordnen zu können. Eine Minute historischer Abriss am Anfang sind da nicht genug.
Es mag ja angehen, dass man im Kino die gekürzte Version zeigt, das machen die Polen nicht anders. Im Fernsehen und auf DVD gibt es dann die vollständigen Versionen in epischer Länger. Eine Halbierung des Filmes für nicht Asiatisches Publikum grenzt an Diskriminierung und ist einfach nur unverschämt. Traut man dem europäischen Publikum nicht so viel Sitzfleisch oder geschichtliches Verständnis zu?
Das, was für das europäische Publikum zusammengestellt wurde ist ein sehr gelungener, klassischer Historienfilm, mit tollen Kulissen und sehr guten Schauspielern und einer Menge Schlachtengetümmel. Aber für einen halben Film kann man auch nur die halbe Punktzahl vergeben.