World Trade Center" machte an der US-Kinokasse wenig Eindruck. Das lag wohl weniger an den Qualitäten des Films, denn die sind beträchtlich, als vielmehr daran, dass zuwenig Zeit verstrichen ist. Fünf Jahre sind seit jenem schicksalshaften Tag vergangen und ein jeder von uns hat die Bilder vor Augen
- Bilder des Schreckens, die man niemals wieder vergisst. Stone verzichtet darauf, uns diese Bilder…mehrWorld Trade Center" machte an der US-Kinokasse wenig Eindruck. Das lag wohl weniger an den Qualitäten des Films, denn die sind beträchtlich, als vielmehr daran, dass zuwenig Zeit verstrichen ist. Fünf Jahre sind seit jenem schicksalshaften Tag vergangen und ein jeder von uns hat die Bilder vor Augen - Bilder des Schreckens, die man niemals wieder vergisst. Stone verzichtet darauf, uns diese Bilder noch einmal zu zeigen. Er zeigt nicht die einstürzenden Türme, sondern die Menschen darin, die wenigen Überlebenden und ihren verzweifelten Kampf ums Überleben. Dabei verzichtet er auf Pathos, sondern setzt auf Emotion. Niemand wird von diesem Film unberührt bleiben. Er zeigt die Dimensionen des Schreckens des 11.9. auf vielfacher Ebene: für die Männer, die in die brennenden Türme hineingingen, für die Familien, für die Menschen, die nicht fassen konnten, was sich vor ihren Augen abspielte. Vielleicht ist die Wunde, die der 11.9. der Welt schlug, noch nicht verheilt. Vielleicht hätte man mit einem Film wie diesem noch warten müssen, doch unabhängig davon, bleibt der Film als ein beeindruckendes Werk bestehen, das versucht, die Dimensionen jenes Tages greifbar zu machen. Der Film wird bestehen und ein Publikum finden. Und künftigen Generationen vielleicht begreiflich machen, was wir alle fühlten, an jenem schicksalshaften Tag im September 2001.
Inhalt: Am 11. September 2001 macht sich John McLoughlin (Nicholas Cage), seines Zeichens erfahrener Beamter der Hafenpolizei, wie jeden Morgen auf, um seinen Dienst in der New Yorker Innenstadt zu verrichten. Selbiges gilt für Will Jimeno (Michael Pena), der sich eigentlich einen freien Tag gönnen wollte. Kurze Zeit nach Dienstantritt herrschen apokalyptische Zustände in der Weltmetropole: Zwei Passagierflugzeuge haben die Türme des World Trade Center getroffen, eine schnellstmögliche Evakuierung ist notwendig. Fünf Männer des Einsatzteams der Hafenpolizei, darunter McLoughlin und Pena, betreten das Gebäude, um zu helfen. Doch als der erste Turm einstürzt, werden sie unter tonnenschweren Betonmassen begraben.......Während die Frauen der Verschütteten, Donna McLoughlin (Maria Bello) und Allison Jimeno (Maggie Gyllenhaal), auf ein Wunder hoffen, kämpfen die Kameraden ums nackte Überleben.
Extras: Obwohl es in den USA eine DVD mit mehr als drei Stunden an Bonusmaterial gibt, hat es bei der deutschen DVD nur für zwei Audiokommentare und eine Handvoll entfallener Szenen gereicht. Letztere können auch mit Kommentar von Oliver Stone angesehen werden. Stones Kommentar ist etwas trocken, während der der wirklichen Überlebenden, die als Berater für den Film tätig waren, einigen Einblick offeriert. Man kann argumentieren, dass man bei einem Film wie diesem kein Making Of braucht und Beiträge zur geschichtlichen Relevanz ohnehin jedem bekannt sein müssen, aber dennoch wäre es nett gewesen, wenn Paramount in dieser Richtung aktiv geworden wäre. Immerhin hätte man nur vorhandenes Material importieren müssen.
Fazit: Weit abseits von Katastrophenklischees: ein ergreifendes filmisches Dokument.