Französische Filme und ich - meistens funktioniert dies leider nicht, von daher habe ich mich auch erst jetzt dazu durchringen können, "Ziemlich beste Freunde"> eine Chance zu geben. Und wow! - Ich bereue es sehr, dass ich diesen Film erst jetzt geschaut habe, denn er ist einfach wunderbar.
Wunderbar traurig, wunderbar humorvoll, wunderbar vielseitig und mit genialen Figuren versehen. Noch…mehrFranzösische Filme und ich - meistens funktioniert dies leider nicht, von daher habe ich mich auch erst jetzt dazu durchringen können, "Ziemlich beste Freunde"> eine Chance zu geben. Und wow! - Ich bereue es sehr, dass ich diesen Film erst jetzt geschaut habe, denn er ist einfach wunderbar. Wunderbar traurig, wunderbar humorvoll, wunderbar vielseitig und mit genialen Figuren versehen. Noch trauriger und unglaublicher wird der Film, wenn man sich bewusst wird, dass dieser auf einer wahren Begebenheit beruht. Plötzlich wird alles noch greifbarer, noch melancholischer und ja, auch wenn ich es nicht wollte, hatte ich dann doch manchmal ein klein wenig Mitleid, obwohl dies gar nicht braucht.
Es ist wunderbar zu sehen, wie Philippe (Francois Cluzet) mit seinem Leben umgeht, und wie er Driss (Omar Sy) eine Chance im Leben gibt, obwohl man direkt auf den ersten Blick erkennt, dass dieser so gar nicht zu ihm passt. Seit einem Unfall ist Philippe querschnittsgelähmt und auf die Hilfe anderer Menschen angewiesen. Da er auf der Suche nach einem neuen Pfleger ist, kommt ihm der lebensfrohe Driss gerade recht - auch wenn dieser eigentlich nur vor Ort ist, um einen Bewerbungsstempel abzuholen, damit er Arbeitslosengeld erhält. Philippe ist jedoch so neugierig auf Driss, dass er diesen am nächsten Tag auf Probe einstellt, obwohl dieser weder die Lust, noch die Qualifikation für den Job hat. Dafür besitzt er jedoch zwei Eigenschaften, die Philippe mehr als gut tun: Er hat kein Mitleid und behandelt ihn somit nicht wie ein rohes Ei und ist außerdem vollkommen anders. Er ist wieder reich, noch besonders kultiviert, sondern hat seine ganz andere Leidenschaften, die er Philippe im Laufe der Zeit näher bringt. Dazu wird der tägliche Ablauf in Form von medizinischer Versorgung mehr als glaubhaft dargestellt und man merkt sehr, wie sehr sich auch Francois Cluzet auf seine Rolle vorbereitet hat.
Besonders schön ist hierbei, wie sehr sich die beiden Männer aufeinander einlassen, sie voneinander lernen können und das Leben auf eine ganz andere Art und Weise kennen lernen. Philippe wird plötzlich nicht mehr wie ein rohes Ei behandelt, er kann wieder lachen und er ist sogar wieder bereit, sich für eine neue Frau im Leben zu öffnen. Driss erhält dagegen zum ersten Mal eine wirkliche Chance im Leben. Er interessiert sich plötzlich für Kunst, verdient sein eigenes Geld und kann seine Familie auf seine ganz eigene Art und Weise unterstützen, ohne dabei wieder in die kriminelle Schiene zu rutschen.
Der Film ist dabei wunderbar ausgearbeitet. Die Dialoge sind witzig, sarkastisch, oftmals aber auch traurig und herzzereissend. Besonders Philippes Ängste im Bezug auf eine neue Frau im Leben fand ich unglaublich traurig, da er befürchtet, dass man ihn nicht so akzeptieren könnte, wie er ist und/oder man vielleicht nur Interesse an seinem Geld haben könnte.
Sicher ist "Ziemlich beste Freunde" nicht unbedingt das, was man unter gutem Popcorn-Kino versteht, denn obwohl dieser Film als Komödie bezeichnet wird, gibt es doch viele Momente, die einen zum Nachdenken anregen, die einen mit den Tränen kämpfen lassen und die auch oftmals sehr melancholisch und tragisch sind. Von daher bin ich froh, dass ich diesen Film dann doch erst jetzt angeschaut habe und nicht im Kino, denn so konnte ich von keinerlei Geräuschen oder anderen Dingen abgelenkt werden.
Insgesamt ist "Ziemlich beste Freunde" ein wunderbarer Film, der mit großartigen Charakteren, einem stimmigen Soundtrack, humorvollen Dialogen und einer melancholischen Stimmung überzeugen kann. Jeder, der diesen Film bislang noch nicht geschaut hat, hat definitiv etwas verpasst.