Einer der letzten Sätze in diesem Roman lautet: "Keiner kann uns aus der Ferne verstehen." Es scheint so, als bemühe sich Orhan Pamuk mit diesem Roman um ein eigenes Verständnis der Geschehnisse in seinem Land. Mit unserem westlichen Blick bleiben uns die Konflikte fremd, angelesen, wir können
Schnee nur als etwas lesen, wie wir ein Bild betrachten, für das wir uns Zeit lassen müssen. Trotz eines…mehrEiner der letzten Sätze in diesem Roman lautet: "Keiner kann uns aus der Ferne verstehen." Es scheint so, als bemühe sich Orhan Pamuk mit diesem Roman um ein eigenes Verständnis der Geschehnisse in seinem Land. Mit unserem westlichen Blick bleiben uns die Konflikte fremd, angelesen, wir können Schnee nur als etwas lesen, wie wir ein Bild betrachten, für das wir uns Zeit lassen müssen. Trotz eines Putsches, Morden, einer großen verzweifelten Liebe und dem Ringen um die letzendliche Wahrheit. Nicht nur durch die Einführung eines außenstehenden Berichterstatters erscheint alles doch nur erzählt, nicht wirklich erlebt. Man sitzt im Kreis zusammen und redet, man schmiedet Pläne und redet, man träumt vom Ruhm und redet, redet über alles. Vor allem wie es sein könnte. Dagegen steht die politische, wie religiöse Realität eines Landes, das in EU drängt. Wer sich dem zerrissenen Inneren der Türkei nähern will, dem sei der Roman empfohlen, der wird auch über die ein oder andere ausschweifende Wiederholung hinwegsehen. Es schneit und alles steht still und am liebsten würde man aufstehen und schreien, doch in diesem Roman wird viel geweint. Und manchmal läßt Pamuk einem mit dem Gefühl zurück, daß die Dinge sind wie sie sind und sich nie ändern.