Der Psychologe Kris Kelvin wurde auf eine Raumstation um Solaris, einen Planeten mit einem aus gallertartiger Masse bestehenden Ozean, versetzt, denn auf der Station passieren seltsame Dinge. Der Stationsleiter Dr. Gibarian ist verstorben, der Kybernetiker Snaut ist verstört und verängstigt, und
Dr. Sartorius verbarrikadiert sich meistens im Labor. Die Probleme auf der Station scheinen begonnen…mehrDer Psychologe Kris Kelvin wurde auf eine Raumstation um Solaris, einen Planeten mit einem aus gallertartiger Masse bestehenden Ozean, versetzt, denn auf der Station passieren seltsame Dinge. Der Stationsleiter Dr. Gibarian ist verstorben, der Kybernetiker Snaut ist verstört und verängstigt, und Dr. Sartorius verbarrikadiert sich meistens im Labor. Die Probleme auf der Station scheinen begonnen zu haben, nachdem Dr. Sartorius das Solarismeer bestrahlt hat. Seitdem tauchen auf der Station sogenannte Gäste auf, die in Kelvins Fall die Gestalt seiner Ex-Freundin Harey annehmen, die sich mit 19 umbrachte. Der Planet erschafft auf Grundlage der Erinnerungen der Stationsbewohner diese Gäste, die sie mit den Schatten der eigenen Vergangenheit konfrontieren. Kelvin ist hin- und hergerissen. Harey ist harmlos, sie will aber ständig in Kelvins Nähe sein, sonst dreht sie durch. Kelvin beginnt mit ihr zu experimentieren, denn wenn ein Gast stirbt, dann kehrt er zurück, ohne sich zu erinnern, was passiert ist. Langsam verschwimmen für Kelvin die Grenzen zwischen Realität und diesen Traumgebilden. Harey wird für ihn immer menschlicher, wird zur echten Harey, die er liebte.
Dieses 127 min MDR Hörspiel in zwei Teilen (Der Planet (1. Teil), Der Ozean (2. Teil)) aus dem Jahr 2006 von Peter Rothin basiert auf dem gleichnamigen Roman des polnischen Autors Stanislaw Lem (1921-2006). Die Geschichte dürfte wohl am bekanntesten in ihrer Verfilmung von Steven Soderbergh mit George Clooeny als Kelvin sein.
Dieses Hörspiel ist weniger ein Sci-Fi, als ein mystisch philosophisches Hörspiel. Kris Kelvin versucht erst rational zu erfassen und zu untersuchen, was oder wer die Gäste sind. Mehr und mehr jedoch, fühlt er sich Harley oder Solaris oder wer oder was auch immer sie sein mag, verbunden. Er will sie nicht mehr zerstören oder vernichten, er will sie verstehen, sie kontaktieren und nicht mehr hinterfragen. In diesem Hörspiel erzählt Kelvin die Ereignisse einem Untersuchungsausschuss, der letztendlich aber auch zu keinem Schluss kommt. Solaris ist, was es ist. Egal was oder wer Kelvins Gast war, er beginnt sie/es um ihrer selbst willen zu lieben, über alle Grenzen hinweg. Vielleicht ist das auch die Botschaft dieses Hörspiels oder des Romans, Liebe ist selbstlos und grenzenlos und hat viele verschiedene Formen, die man weder verstehen, noch begreifen kann. Das Universum ist voller Wunder, die man nicht verstehen kann oder muss. Es reicht, wenn sie sind.
Ein wunderbares Hörspiel. Akustisch minimalistisch aber doch sehr passend umgesetzt mit sehr guten Sprechern, die ihre Rollen und Emotionen ausspielen und nicht ihren Text vorlesen. Ein Radiohörspiel der Extraklasse, das regelmäßig auf den Staatlichen Sendern im Programm auftaucht.
Kris Kelvin: Oliver Stokowski
Harey: Maria Simon
Snaut: Bernhard Schütz
Doktor Sartorius: Hans Peter Hallwachs
Doktor Gibarian: Hilmar Eichhorn
Bertand: Thomas Rühmann
Messenger: Hans-Jürgen Hürrig
Junge: Klaus Hahn
Modar: Markus Scheumann
Doktor Girth: Lena Stolze