Nora kann es nicht glauben, als ihr Mann sich von ihr scheiden lassen möchte. Ihr bisheriges scheinbare glückliche Familienleben liegt nun in Scherben und der Tod ihrer Großmutter Xanna hinterlässt ebenfalls ein Gefühl der Leere. Doch als sie beim Ausräumen des alten Familienhauses eine alte
Holzschatulle entdeckt, in dem nicht nur ein Ausweis mit einem fremden Namen liegt, sondern sich auch…mehrNora kann es nicht glauben, als ihr Mann sich von ihr scheiden lassen möchte. Ihr bisheriges scheinbare glückliche Familienleben liegt nun in Scherben und der Tod ihrer Großmutter Xanna hinterlässt ebenfalls ein Gefühl der Leere. Doch als sie beim Ausräumen des alten Familienhauses eine alte Holzschatulle entdeckt, in dem nicht nur ein Ausweis mit einem fremden Namen liegt, sondern sich auch Dinge aus einer längst vergangenen Zeit darin befinden merkt Nora, dass sie von ihrer Großmutter und deren Leben überhaupt nichts weiß. Getrieben von ihrer Neugierde begibt sie sich mit dem Journalisten Andreas Schwarz auf eine Reise in die Vergangenheit. In Belarus erfahren die beiden Dinge über Xanna die sie erschüttern und plötzlich beginnt Nora nicht nur das Leben ihrer Großmutter, sondern auch ihr eigenes in einem anderen und neuem Licht zu sehen.
In dem Historischen Familienroman ,,Zwei Leben- Hinter dem Schweigen“, zeigt die Autorin Astrid Korten, dass sie nicht nur mit ihren Thrillern Spannung erzeugen kann, sondern auch mit einer Geschichte, die auf Erinnerungen ihrer Großeltern, sowie wahren Begebenheiten aus den Zweiten Weltkrieg basieren.
Es ist eine tragische Familiengeschichte wo besonders Xanna mit ihren furchtbaren Erlebnissen zu kämpfen hat. In Rückblenden wird man Zeuge einer Geschichte, die nicht nur brutal, ob den grausamen Kriegserlebnissen ist, sondern auch zeigt, wie Menschen mit ihren tragischen Schicksalen zurecht kommen müssen, wenn sie überleben wollen. Xanna wird dabei als tapfere und mutige Frau dargestellt, deren starke Wille zu überleben und nicht aufzugeben emotional beschrieben wird. Die Autorin versteht es dabei den Leser an Orte mit zu nehmen, wo man eigentlich gar nicht sein möchte, wo aber die Emotionen und Gefühle so intensiv beschrieben werden, dass man stets wissen möchte, wie es den Protagonisten gerade geht.
Besonders emotional beschreibt sie dabei die Szenen mit der kleinen Katja, die in einem Lager der Partisanen lebt. Diese unschuldige und naive Art, wie das Kind in Kriegszeiten ihre Unbekümmertheit und Fröhlichkeit an den Tag legt geht einfach zu Herzen.
Am Ende der Geschichte kann man erahnen, warum Xanna nichts aus ihrem früheren Leben erzählt hat. Es stellt sich dabei als Leser die Frage, hätte ich genauso gehandelt oder sind furchtbare Erlebnisse es einfach nicht Wert, dass man ihnen einen Raum gibt, wo sie einem ständig an etwas erinnern, dass man einfach nur vergessen möchte.
Auch die Geschichte von Nora zeigt, dass man oft Dinge, die einem nicht mehr gut tun, einfach los lassen muss. Sie beginnt sich selbst und ihr Leben zu reflektieren und spürt dank der Reise nach Belarus, dass jeder für sich selbst entscheiden muss, was er braucht. Weder falsch verstandene Rücksicht auf andere oder das Klammern an Zeiten, die es nicht mehr gibt, führt zu einem glücklichen und erfüllten Leben.
Ein schöner und berührender Roman über Liebe, Hoffnung und Verzeihen können.