Mit „Heimtückisch“ liegt nun das achte Abenteuer der Hargreaves vor – und zugleich eine Folge, die sich bewusst wie ein Blick zurück anfühlt. Back to the roots, könnte man sagen. Denn diesmal basiert die Geschichte nicht allein auf einer freien Erzählung von Per McGraup, sondern wie zu Beginn der
Miniserie auf einer literarischen Vorlage von Allen Upward.
Auch inhaltlich knüpft „Heimtückisch“…mehrMit „Heimtückisch“ liegt nun das achte Abenteuer der Hargreaves vor – und zugleich eine Folge, die sich bewusst wie ein Blick zurück anfühlt. Back to the roots, könnte man sagen. Denn diesmal basiert die Geschichte nicht allein auf einer freien Erzählung von Per McGraup, sondern wie zu Beginn der Miniserie auf einer literarischen Vorlage von Allen Upward.
Auch inhaltlich knüpft „Heimtückisch“ an diese Anfänge an. Alwyne und Colin Hargreaves sind hier noch nicht das eingespielte Ehepaar späterer Folgen, sondern befinden sich im vorsichtigen, tastenden Stadium der Annäherung. Gefühle werden eher angedeutet als ausgesprochen, und Romantik entsteht, wenn überhaupt, nur sehr zurückhaltend. Dass ausgerechnet ein Spukhaus der Ort ist, an dem sich diese Beziehung weiterentwickelt, wirkt dabei alles andere als idyllisch, passt aber hervorragend zur Grundstimmung der Geschichte.
Während des Hörens hatte ich schnell das Gefühl, mich in einer sehr klassischen Spukgeschichte zu bewegen. Das Haus ist stets präsent als Ort, dem man instinktiv misstraut. Geräusche und das Gefühl von Beobachtung sorgen dafür, dass sich ein leises, stetiges Unbehagen aufbaut. Als Hörer beginnt man automatisch, genauer hinzuhören und sich selbst ein Bild von diesem Ort zu machen.
Per McGraup hält sich spürbar eng an das Ausgangsmaterial, was der Geschichte eine klare Form gibt und ihr erlaubt, vor allem über Atmosphäre zu wirken, ohne jedes Rätsel bis ins Detail aufzulösen.
Die Sprecherleistungen unterstützen diese Wirkung hervorragend. Gerade das Zusammenspiel der Hargreaves lebt von kleinen Nuancen, Blickwinkeln und Pausen – Dinge, die im Hörspiel besonders gut funktionieren und viel über die Beziehung der beiden erzählen, ohne sie auszuerzählen.
Musik und Geräusche sind gezielt gesetzt und drängen sich nie in den Vordergrund. Vieles entsteht im Kopf, und genau dort entfaltet „Heimtückisch“ seine größte Wirkung.
Insgesamt ist diese Folge für mich eine sehr stimmige Rückbesinnung auf die Wurzeln der Hargreaves-Geschichten: klassischer Grusel, ein zurückhaltend erzähltes Spukhaus und Figuren, die noch am Anfang ihrer gemeinsamen Geschichte stehen. Kein lauter Schrecken, sondern eine ruhige, atmosphärische Episode, die man aufmerksam hört und die gerade deshalb lange nachwirkt.