Hamburg, Sonntag, 24. Mai 1863. Otto Lidenbrock, Professor für Mineralogie am Johanneum, ist ein klassisches Exemplar eines Wissenschaftlers: Genial, was sein Fachgebiet und die Wissenschaft angeht, im täglichen Leben eher ein wenig verpeilt und geizig. Nebenbei ist Professor Lidenbrock ein Wunder
von einem Sprachenkenner. Mit ihm leben sein siebzehnjähriges Patenkind Gretchen und sein zur Waise…mehrHamburg, Sonntag, 24. Mai 1863. Otto Lidenbrock, Professor für Mineralogie am Johanneum, ist ein klassisches Exemplar eines Wissenschaftlers: Genial, was sein Fachgebiet und die Wissenschaft angeht, im täglichen Leben eher ein wenig verpeilt und geizig. Nebenbei ist Professor Lidenbrock ein Wunder von einem Sprachenkenner. Mit ihm leben sein siebzehnjähriges Patenkind Gretchen und sein zur Waise gewordener Neffe und Erzähler der Geschichte, Axel. Axel ist Lidenbrocks unentbehrlicher Assistent ob er nun will oder nicht (und er will teilweise eher nicht). Dabei liebt Axel das Gretchen und Gretchen liebt ihn und beide wissen nicht, wie er es dem Onkel beibringen sollen.
Eines Abends schleppt Otto Lidenbrock ein altes, abgewetztes Buch an. Eigentlich nichts Besonderes, er schleppt andauernd irgendwelche alte Schinken (Scharteken) an. Diesmal ist es die Heimskringla von Snorro Sturleson, dem berühmten isländischen Chronisten des zwölften Jahrhunderts. Leider hat der letzte Besitzer, ein obskurer Alchemist in diesem Buch auch noch ein geheimes Dokument versteckt, das den Weg zum Mittelpunkt der Erde bezeichnet. Sofort ist Lidenbrook Feuer und Flamme. Er packt alles für eine Expedition zusammen und der Arme Axel muss hinterdrein, ob er will oder nicht.
Wird Axel sein Gretchen je wiedersehen?
2005 nahm sich Leonhard Koppelmann die anonyme Übersetzung des Jules Verne Klassikers von 1874 vor (die mittlerweile gemeinfrei ist) und machte daraus ein fünfteiliges, 162 minütiges Hörspiel für den MDR/RBB. Für echtes Höhlengefühl sorgte man, indem die Aufnahmen, die unter der Erde spielen, in den Saalfelder Feengrotten aufgenommen wurden.
Natürlich musste die Geschichte für das Hörspiel ein wenig gekürzt werden, diese Kürzungen sind jedoch recht dezent. Es wurde vor allem am Anfang gespart. Martha die Haushälterin wurde gestrichen, man hat die Entschlüsselung, Szenen mit Gretchen und die Reisevorbereitungen zusammengestrichen. Auf der Reise zum Snäfields Yokul wurden die Aufenthalte bei den Bauern und den schmiedenden Pfarrer weggekürzt. Unter der Erde fiel die Axelinsel den Kürzungen zum Opfer und die Entdeckung, dass der Sturm sie zurückgetrieben hat, war im Buch anders begründet. Des Weiteren fiel mir die seltsame Änderungen, dass im Vulkanschlot der Ruhmkorffsche Apparate statt einer Fackel verwendet wurde, obwohl er beim Sturm verloren ging. Insgesamt jedoch nichts wirklich Entstellendes.
Besonders gut hat mir gefallen, dass Hans mit einem echten Dänen besetzt wurde (Bjarne Henriksen) und genau wie im Buch Dänisch spricht und nicht Deutsch, wie im stark gekürzten BR Hörspiel von 1980. Auch die anderen Sprecher sind ausgezeichnet, gut voneinander zu unterscheiden und wirklich lebensecht agierende Sprecher.
Fazit. Sehr nahe an der literarischen Vorlage von 1874