"Fangen Sie an, Fritz" - mit diesem Satz beginnt ein Gespräch unter Freunden. Helmut Schmidt und Fritz Stern kennen sich seit vielen Jahren und haben sich im Sommer 2009 zusammengesetzt, um über Themen miteinander zu reden, die ihnen am Herzen liegen: Erfahrungen und Lehren aus der Geschichte, das gemeinsam erlebte Jahrhundert, Menschen, die ihnen begegnet sind.Das Ergebnis ist so anregend wie kurzweilig. Der Politiker und der Historiker spielen sich die Bälle zu, mal im Konsens, mal im Widerspruch, stets auf eine pointierte Darlegung ihrer eigenen Positionen bedacht. Das Spektrum der behandelten Fragen reicht von Bismarck bis Israel, vom Zweiten Weltkrieg bis zum Aufstieg Chinas, vom Rückblick auf die Ära Bush bis zu den überhöhten Boni für Banker - und auch die Anekdoten kommen nicht zu kurz.In Szene gesetzt von Hanns Zischler und Hans Peter Hallwachs.
Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension
Wenn Altkanzler Helmut Schmidt über die Lage der Welt doziert, wird dies hierzulande gewohnheitsmäßig mit gewichtigem Kopfnicken quittiert. Auch vom Rezensenten Gregor Schöllgen, der gar nicht genug davon bekommen kann, wenn Schmidt im Duett mit dem 1938 in die USA emigrierten Historiker Fritz Stern die Größen dieser Welt als allesamt überschätzt abkanzelt. Dass Stern meist etwas moderater urteilt als Schmidt, scheint Schöllgen ihm nicht nachzutragen, aber seine Vorliebe gilt ganz klar dem herrischen Verdikt, etwa Schmidt, etwa wenn dieser dekretiert, dass Deutschland keine besondere Verantwortung gegenüber Israel habe, sondern dafür, dass sich Verbrechen wie der Holocaust nicht wiederholten. Wieso er Deutschland dazu besonders berufen sieht, erfahren wir nicht. Freudig berichtet der Rezensent schließlich, dass auch Bismarck, Helmut Kohl, Georg W. Bush und Dick Cheney ihr Fett wegbekommen. Oder Johannes Paul II., der Schöllgen zufolge als guter Mensch durchgeht - wenn auch "intellektuell beschränkt".
© Perlentaucher Medien GmbH
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