Sommer 1966. Toto kommt auf die Welt. Er hat kein klares Geschlecht; im Suff gezeugt, der Vater schon vor der Geburt abhanden gekommen, die Mutter bald danach, das Waisenhaus ein Straflager. Toto aber bleibt wie unberührt und fragt sich, warum die Menschen dieses Leben noch schrecklicher machen, als es sowieso schon ist. Dann geht er über die Grenze, doch was der Sozialismus verrotten ließ, zerstört der Kapitalismus aktiv. Nur eines gibt Hoffnung: Toto kann singen.
Sibylle Berg erzählt die große Geschichte eines Menschen, der der Welt durch die Reinheit seines Wesens zeigt, wie weit es mit ihr gekommen ist.
Ausgezeichnet mit dem Deutschen Hörbuchpreis 2013 in der Kategorie "Bester Interpret".
Sibylle Berg erzählt die große Geschichte eines Menschen, der der Welt durch die Reinheit seines Wesens zeigt, wie weit es mit ihr gekommen ist.
Ausgezeichnet mit dem Deutschen Hörbuchpreis 2013 in der Kategorie "Bester Interpret".
Wie geschaffen für die traurig-bittere Geschichte von Toto, einem Zwitterwesen, das Mitte der 60er-Jahre im grauen Sozialismus aufwächst und dann den Kapitalismus als hässlich, brutal und kalt erfährt. Eine geniale Schöpfung der Autorin, weil es ein so lichtes Wesen nicht gibt, das „über den Dingen zu schweben scheint, die aus dieser Welt einen widerlichen Ort machen“. Aber an diesem reinen Menschen, der sich erst entscheidet ein Mann zu sein, bevor er später als Frau zu leben beginnt, demonstriert Sibylle Berg ihre geballte Abscheu gegenüber unserer Welt. Sie durchstreift mit Toto die Jahrzehnte bis ins Jahr 2030, findet für alle gewesenen Zeitabschnitte griffige Diagnosen, aber nie einen Trost. Man muss nicht derselben Ansichten sein und wird sich trotzdem an der scharfzüngigen literarischen Qualität erfreuen und vor allem an Wöhlers melodischer Sprechkunst.
© BÜCHERmagazin, Martin Maria Schwarz (mms)








