Ein stiller Teppichhändler, der sich ganz den Häusern und Dingen verschrieben hat. Eine junge Frau, die sich auf ihr Talent zur Improvisation und ihr heiteres Wesen verlässt. Eine alte Stadt, die über Nacht von einer alptraumhaften Flut heimgesucht wird.Es ist Nacht und er kann nicht einschlafen. Auf das Dach schlägt der Regen. Irgendwann steht er auf und geht die Treppe hinunter. Kniehoch steht das Wasser im unteren Stock. Schuhe, Kleider, Kissen schwimmen darin. Aus der Ferne ist ein Hubschrauber zu hören. Er zieht sich Stiefel an und geht hinaus. Eine Frau hat sich auf ein Floß gerettet. Sie treibt auf dem wilden Fluss, die Ufer gezeichnet von der Zerstörung. Alles, was sie immer für andere war, hilft ihr jetzt nicht mehr. Sie ist auf sich allein gestellt. Das Floß lässt sich nicht steuern, genauso wenig wie ihre Angst ...Diese intensive Novelle erzählt von einem Ausnahmezustand, einer Welt ohne festen Boden. Und sie fragt, wie zwei Fremde, die unterschiedlicher nicht sein könnten, doch zusammenfinden. Eine außergewöhnliche Liebesgeschichte mit einem besonderen Blick für all das, was unser Dasein im Verborgenen ausmacht.
»Der Text ist, wie stets bei Strauß, so formbewusst gebaut wie erzählt, in einer melodisch und rhythmisch schwingenden Sprache und voller epigrammatischer Sätze.« Elke Schmitter, die Zeit, 19. Januar 2023 Elke Schmitter Die Zeit 20230119
Kurz kommt Rezensentin Elke Schmitter auf die Kontroverse zu sprechen, die Simon Strauß bislang umgeben hat, man wirft ihm vor, den rechten Diskurs zu befeuern, doch dafür kann sie zumindest in seiner Novelle "Zu Zweit" keinen Grund erkennen. Strauß' Thema ist die "maskuline Einsamkeit" des Wohlstandsbürgers, der in Sicherheit lebt, aber nach dem ganz anderen verlangt. Hier in Gestalt eines einsamen Teppich- und Gardinenverkäufer, der in einer Stadt lebt, die eine Überschwemmung heimsucht. Diese ermöglicht ihm aber, seiner unglücklichen Liebe einen Stoß in die richtige Richtung zu geben, fasst Schmitter die Handlung zusammen. Ihr ist die apokalyptische Dimension dieser Flut zu viel, zu pathosgeladen wird die Liebesgeschichte dadurch für sie. Ihr fehlt hier der Humor, der das Pathos in den ersten beiden Büchern des Autors auffing.
© Perlentaucher Medien GmbH
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