Da sieht jedes Navi alt aus…
OK, zugegeben, Navigationsgeräte haben durchaus ihre Vorteile. Um sich beispielsweise in dem meines Erachtens für Ortsunkundige schlecht ausgeschilderten München, Frankfurt zurecht zu kommen. Oder um zu vermeiden, dass man im Ruhrgebiet von einer falschen Autobahn auf
die nächste falsche Autobahn fährt...
ABER: Wenn es darum geht, eine landschaftlich schöne,…mehrDa sieht jedes Navi alt aus…
OK, zugegeben, Navigationsgeräte haben durchaus ihre Vorteile. Um sich beispielsweise in dem meines Erachtens für Ortsunkundige schlecht ausgeschilderten München, Frankfurt zurecht zu kommen. Oder um zu vermeiden, dass man im Ruhrgebiet von einer falschen Autobahn auf die nächste falsche Autobahn fährt...
ABER: Wenn es darum geht, eine landschaftlich schöne, interessante Strecke zu finden, zu planen, sich darauf zu freuen, geht absolut nichts über eine gute, analoge, sprich gedruckte Straßenkarte. Und in dem Punkt sind die Karten von freytag & berndt im Massstab 1:150.000 unschlagbar.
Hätte ich vor ein paar Jahren diese Karte schon gekannt, wäre ich garantiert nie am West-Ufer des Gardasees. die so oft gelobte Gardesana Occidentale gefahren. Ein Cabrio mit offenem Verdeck ist ja eigentlich für Italien das ideale Auto. Aber nicht auf der Strecke. Denn man fährt von einem in den Fels geschlagenen, gesprengten Tunnel in den nächsten. Alles andere als ein Vergnügen.
Dagegen die Autobahn Bozen - Verona (A22) bei Rovereto-Süd verlassen, nach Mori und dann über Brentonico, Cavallo di Novezza nach Caprino Veronese, ein Genuss! Natürlich nimmt diese Strecke deutlich mehr Zeit in Anspruch als auf der A22 stupide mit 130km/h entlang zu rollen. Aber man sieht etwas. Unter anderem einen atemberaubenden Blick auf den Nordteil des Gardasees beim Monte Altissimo di Nago. Aus knapp 2.100 Meter Höhe auf den in 65 Meter Höhe liegenden Wasserspiegel des Sees zu schauen - hat was!
Über den Passo di Croce Domini wird man sicher auch keine Ludmilla (so nenne ich mein Navi) freiwillig führen. Auf jeden Fall nicht, ohne die entsprechenden (Zwischen-) Ziele einzugeben. Und das es diesen netten, schmalen, landschaftlich tollen kleinen Pass überhaupt gibt, das erfährt man nur durch einen sorgfältigen Blick auf die Karte.
Oder, oder, oder. Es liessen sich noch viele weitere superschöne Strecken aufführen. Die sich nicht per Programmierung eines Navis erfahren lassen. Es sei denn, man sucht sich die Strecken auf der Karte aus, freut sich darüber, dass weder ein Bus noch ein Wohnwagen-Gespann mit gelben Kennzeichen vor einem her schleicht. Und die Mountainbiker oder Rennradfahrer, die sich ebenfalls dieser Karte bedienen, um die schönsten Strecken zu finden, sind nicht mit einem mit Rentnern besetzten älteren Audi, VW, Opel, Ford, Mercedes zu vergleichen. Zumal diese Personengruppe die schönen kleinen Strassen, die sich nur mit dieser Karte entdecken lassen, eher meidet.