Norah Jones vermischt weiterhin Pop, Soul, Folk und Country, gewürzt mit einem Schuss Jazz. Ihr drittes Album beim Label Blue Note ist das erste, für das sie alle Songs (mit)geschrieben hat. Unter einer glatten Oberfläche verbergen sich hier ernste Themen: Der Opener "Wish I Could" handelt von einem
im Krieg gefallenen Freund, "The Sun Doesn't Like You" erinnert subtil an unser aller Sterblichkeit…mehrNorah Jones vermischt weiterhin Pop, Soul, Folk und Country, gewürzt mit einem Schuss Jazz. Ihr drittes Album beim Label Blue Note ist das erste, für das sie alle Songs (mit)geschrieben hat. Unter einer glatten Oberfläche verbergen sich hier ernste Themen: Der Opener "Wish I Could" handelt von einem im Krieg gefallenen Freund, "The Sun Doesn't Like You" erinnert subtil an unser aller Sterblichkeit und "My Dear Country" drückt Entsetzen über den Ausgang der letzten US-Präsidentschaftswahl aus. Letzterer Song scheint von Brecht und Weill inspiriert, während der nicht weniger düstere Text von "Sinkin' Soon" mit einem nonchalanten Südstaaten-Ragtime kombiniert wird. Norah Jones' warmer, melodischer Gesang zeichnet sich nach wie vor durch charmantes Understatement aus. Das soulige "Thinking about You", das countryangehauchte "Wake Me Up" und das synkopierte "Be My Somebody" entsprechen dem sympathischen Stil der bisherigen Alben. So viele Stücke mittleren Tempos wirken aber auf Dauer etwas schläfrig.
Was ist nur los mit Norah Jones? Sie ist eine wunderbare Sängerin, schreibt ihre Songs selbst und genießt zu Recht den Ruf einer unabhängigen, ernsthaften Künstlerin, die nicht jeden Mist mitmacht, um Platten zu verkaufen. Norah Jones möchte ausschließlich gute Musik machen. Umso unverständlicher, dass ihr das auf ihrem neuen Album einfach nicht recht gelingen will. Sicher, die geschmeidige Mischung aus Jazz, Soul und Pop klingt wieder sehr schön, sehr weich, sehr gefällig. Ideale Musik, um sie beim Essen leise im Hintergrund laufen zu lassen. Aber eigentlich ist kein richtig guter Song auf dieser CD. Kein Lied, das einen sofort einfängt, das man mitsummt und nicht mehr aus dem Kopf kriegt. Stattdessen gibt es sehr schön produziertes Mittelmaß.