Von Anfang an hatte ich den Eindruck, dass Maximo Park die spannendsten Vertreter der sogenannten "Brit-Pop-Part-2"-Welle sind. Zum einen abwechslungsreicher und vielschichtiger als die Stimmungskanonen von Kaiser Chiefs und zum anderen eingängiger und fetziger als Bloc Party. Mir ging es daher
nicht anders als den meisten: Was kann man von dem zweiten Album erwarten? Wird uns die Band wieder mit…mehrVon Anfang an hatte ich den Eindruck, dass Maximo Park die spannendsten Vertreter der sogenannten "Brit-Pop-Part-2"-Welle sind. Zum einen abwechslungsreicher und vielschichtiger als die Stimmungskanonen von Kaiser Chiefs und zum anderen eingängiger und fetziger als Bloc Party. Mir ging es daher nicht anders als den meisten: Was kann man von dem zweiten Album erwarten? Wird uns die Band wieder mit den Qualitäten des Debüts beglücken aber gleichzeitig auch die dringend notwendige musikalische Weiterentwicklung vollziehen? Klare Antwort: Die großen Erwartungen und zagen Hoffnungen werden erfüllt! Nein, mehr sogar, übertroffen!
Maximo Park klingen auf "Our Earthly Pleasures" etwas runder und reifer (Keine Angst, hier wird kein Rotwein getestet, sondern tatsächlich eine Rock-Scheibe). Die Songs sind in ihrer Gesamtheit nicht mehr ganz so punkig rotzig und ungehobelt, strotzen aber nach wie vor nur so voller Vitalität und Energie. Die trotz ruhigerer Phasen nie abhanden kommende Härte dokumentiert sich immer dann, wenn die Nordengländer unvermutet (fast aus dem Nichts) krachende Gitarrenwände einziehen.
Natürlich ragen auch dieses Mal einige Songs heraus. "Girls who play Guitars" und die erste Single "Our Velocity" überzeugen durch straighte Gitarren und die so typische Retro-Wubber-Orgel. Die sentimentale Midtempo-Nummer "Books from Boxes" erinnert in der Tat etwas an die Smiths - und das schadet keineswegs. "Karaoke Plays" entwickelt einen mitreißenden Refrain. Bei "Your Urge" merkt man am deutlichsten, dass die Band sich nicht vor neuen Wegen scheut. Der Song ist eine himmlisch schöne Ballade, die sich in einem emotionalen Spannungsbogen steigert und steigert (Paul Smith`s Gesang in Hochform). Das unaufhörlich begleitende Piano mag einen hier vielleicht etwas an Coldplays "Clocks" erinnern. Jedenfalls ist dieser Song sicherlich ein Highlight des Albums. Das flotte "By the Monument" hätte sicherlich auch blendend auf "A Certain Trigger" gepasst. Wer bereits nach den ersten 10 Songs von einem gelungenen Zweitlings-Werk überzeugt ist, dem wird es bei den beiden abschließenden Songs die Sprache verschlagen. "Sandblasted and set free" steckt so voller Leidenschaft, dass man vom schwelgerischen Refrain einfach nicht genug bekommen kann. Was die Band mit dem Hörer dann bei dem Schluss-Stück "Parisian Skies" anstellt, grenzt fast an pure Überforderung. Die ganze Platte überzeugt von Song zu Song, doch ganz zum Schluss setzen die Jungs mit diesem Closer noch die Krone drauf. "Parisian Skies" ist ein einziges Meisterwerk, das sämtliche Stärken und Talente der Band in sich vereint. Kraft, Sehnsucht, Energie, Gefühl und ergreifende Lyrics. Herrlich werden die typischen und so genialen Tempowechsel eingeflochten. Wer nach den abschließenden Worten "I love the tiny veins on your back, they remind me of the way that porcelain cracks" noch bei Sinnen ist, dem bleibt nur eins: Der schnelle Griff zur Repeat-Taste :-) Wunderbar!