
Autor im Porträt
Sven Regener
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Glitterschnitter
Broschiertes Buch
Willkommen in der Welt von Glitterschnitter: ein großer, wilder Roman über Liebe, Freundschaft, Verrat, Kunst und Wahn in einer seltsamen Stadt in einer seltsamen Zeit.
Die Lage ist prekär: Charlie, Ferdi und Raimund wollen mit ihrer Band Glitterschnitter den Weg zum Ruhm beschreiten, aber es braucht mehr als eine Bohrmaschine, ein Schlagzeug und einen Synthie, um auf das Musikfestival Wall City Noise zu kommen. Wiemer will, dass H. R. ein Bild malt, aber der will lieber eine Ikea-Musterwohnung in seinem Zimmer aufbauen. Frank und Chrissie wollen die alte Trinkerstube Café Einfall zur kuchenbefeuerten Milchkaffeehölle umgestalten, aber Erwin will lieber einen temporären Schwangerentreff etablieren.
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Die Lage ist prekär: Charlie, Ferdi und Raimund wollen mit ihrer Band Glitterschnitter den Weg zum Ruhm beschreiten, aber es braucht mehr als eine Bohrmaschine, ein Schlagzeug und einen Synthie, um auf das Musikfestival Wall City Noise zu kommen. Wiemer will, dass H. R. ein Bild malt, aber der will lieber eine Ikea-Musterwohnung in seinem Zimmer aufbauen. Frank und Chrissie wollen die alte Trinkerstube Café Einfall zur kuchenbefeuerten Milchkaffeehölle umgestalten, aber Erwin will lieber einen temporären Schwangerentreff etablieren.
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15,00 €
Wiener Straße (eBook, ePUB)
eBook, ePUB
Ein großer Roman voll schräger Vögel in einer schrägen Welt. Derbe, lustig und bizarr wie seine Protagonisten. Wiener Straße beginnt im November 1980 an dem Tag, an dem Frank Lehmann mit der rebellischen Berufsnichte Chrissie sowie den beiden Extremkünstlern Karl Schmidt und H. R. Ledigt in eine Wohnung über dem Café Einfall verpflanzt wird, um Erwin Kächeles Familienplanung nicht länger im Weg zu stehen. Österreichische Aktionskünstler, ein Fernsehteam, ein ehemaliger Intimfriseurladen, eine Kettensäge, ein Kontaktbereichsbeamter, eine Kreuzberger Kunstausstellung, der Kampf um die Einkommensoptionen Putzjob und Kuchenverkauf, der Besuch einer Mutter und ein Schwangerschaftssimulator setzen eine Kette von Ereignissen in Gang, die alle ins Verderben reißen. Außer einen! Kreuzberg, Anfang der 80er Jahre - das war ein kreativer Urknall, eine surreale Welt aus Künstlern, Hausbesetzern, Freaks, Punks und Alles-frisch-Berlinern. Jeder reibt sich an jedem. Jeder kann ein Held sein. Alles kann das nächste große Ding werden. Kunst ist das Gebot der Stunde und Kunst kann alles sein. Ein Schmelztiegel der selbsterklärten Widerspenstigen, die es auch gerne mal gemütlich haben, ein deutsches Kakanien in Feindesland. Wer könnte böser und zugleich lustiger und liebevoller darüber schreiben als Herr-Lehmann-Erfinder Sven Regener?…mehr
Statt 12,00 €****
9,99 €

© Charlotte Goltermann
Sven Regener
Autorenporträt - Sven RegenerNicht zuletzt durch erfolgreiche Verfilmungen bekannt geworden, haben Sven Regeners Bücher ihn gewissermaßen zum zweiten Mal zum Star gemacht. Seinem Dasein als Kultautor war bereits eine Karriere als Musiker vorausgegangen. Von 1985 an hatte er sich mit seiner Band Element of Crime ins Spitzenfeld deutschsprachiger Popbands vorgearbeitet, wurde als Sänger und Texter der Gruppe zu deren Herz und Seele.
Seinen ersten Bestseller landete Regener wesentlich später: 2001 erschien "Herr Lehmann", ein Kreuzberg-Roman, den er später zur Trilogie ausbaute. Für "Herr Lehmann" erhielt Regener den Internationalen Buchpreis "Corine", für sein Drehbuch zum gleichnamigen Film unter der Regie von Leander Haußmann den Deutschen Filmpreis in Gold. Selbst Literaturpapst Marcel Reich-Ranicki überschüttete dieses Popliteraturwerk mit Lob.
Regeners Bücher spielen sämtlich im geteilten Deutschland, meist in der Mauerstadt Berlin. Sicher nicht zufällig, denn die deutsche Teilung, insbesondere in Form der Berliner Mauer, war prägend für ihn. Regener wurde 1961 in Bremen geboren, im selben Jahr, in dem die Mauer gebaut wurde. Er wuchs in Blockdiek und in der Neuen Vahr auf - in seinem Buch "Neue Vahr Süd" verarbeitet er dies - und landete nach einem in Hamburg begonnenen Musikwissenschaftsstudium 1982 in Berlin.
Hier in der Frontstadt geriet er in genau jenen schrägen und kreativen Kosmos hinein, dem er in seinen Büchern so gekonnt ein Denkmal setzt. Regener spielte in verschiedenen Bands, bis er schließlich mit Element of Crime durchstartete, während er sein Studium zugunsten eines Brotjobs als Musiker hinschmiss.
Heute gehört Regener zu den wenigen Menschen, die sich mit Fug und Recht Multitalent nennen dürfen. Es ist schwer zu sagen, ob er der bessere Musiker oder Autor ist. Die Tourneen mit Element of Crime sind genauso verlässlich ausverkauft, wie seine Bücher zu Bestsellern avancieren. Vor Kurzem ist die Verfilmung von"Magical Mysteryoder: Die Rückkehr des Karl Schmidt" in die Kinos gekommen und auch sein jüngster Wurf "Wiener Straße" ist filmreif. Auf jeden Fall scheint Regener keine kreative Pause zu benötigen.
Sven Regeners "Wiener Straße"
Ein Kreuzberg-Erinnerungsbuch voll grotesker Dialoge: Sven Regeners "Wiener Straße"
Seit 2001 "Herr Lehmann" erschien, der erste Teil einer Romantrilogie von Sven Regener, hat die Wiener Straße einen Ehrenplatz in der Kreuzberg-Literatur inne. Mit Regeners neuem Buch nun kommt sie ganz groß heraus und wird selbst zum Star: "Wiener Straße" huldigt erneut einem Westberliner Biotop, das einst seinen Nährboden in dem Kiez zwischen Görlitzer Bahnhof und Berliner Mauer fand.
Was für Berliner Pflanzen dort gedeihen konnten, wissen Regener-Fans. In dem Buch kehren viele Charaktere wieder, die man bereits aus dem Figurenkosmos seiner vorangegangenen Romane kennt, allen voran Herr Lehmann aus besagter Reihe. Der Roman setzt genau da ein, wo die Lehmann-Trilogie mit "Kleiner Bruder" aufgehört hatte. Gemeinsam mit dem schrägen Volk aus der Wiener Straße durchlebt der Leser einige weitere Tage im November des Jahres 1980.
Frank Lehmann hat dieses Mal eher eine Nebenrolle. Er zieht mit seinem besten Freund Karl Schmidt, dem Aktionskünstler H. R. Ledigt und der nervtötenden Chrissie direkt in die Wohnung über dem "Café Einfall", das von Chrissies…mehr
Seit 2001 "Herr Lehmann" erschien, der erste Teil einer Romantrilogie von Sven Regener, hat die Wiener Straße einen Ehrenplatz in der Kreuzberg-Literatur inne. Mit Regeners neuem Buch nun kommt sie ganz groß heraus und wird selbst zum Star: "Wiener Straße" huldigt erneut einem Westberliner Biotop, das einst seinen Nährboden in dem Kiez zwischen Görlitzer Bahnhof und Berliner Mauer fand.
Was für Berliner Pflanzen dort gedeihen konnten, wissen Regener-Fans. In dem Buch kehren viele Charaktere wieder, die man bereits aus dem Figurenkosmos seiner vorangegangenen Romane kennt, allen voran Herr Lehmann aus besagter Reihe. Der Roman setzt genau da ein, wo die Lehmann-Trilogie mit "Kleiner Bruder" aufgehört hatte. Gemeinsam mit dem schrägen Volk aus der Wiener Straße durchlebt der Leser einige weitere Tage im November des Jahres 1980.
Frank Lehmann hat dieses Mal eher eine Nebenrolle. Er zieht mit seinem besten Freund Karl Schmidt, dem Aktionskünstler H. R. Ledigt und der nervtötenden Chrissie direkt in die Wohnung über dem "Café Einfall", das von Chrissies…mehr
Ein Kreuzberg-Erinnerungsbuch voll grotesker Dialoge: Sven Regeners "Wiener Straße"
Seit 2001 "Herr Lehmann" erschien, der erste Teil einer Romantrilogie von Sven Regener, hat die Wiener Straße einen Ehrenplatz in der Kreuzberg-Literatur inne. Mit Regeners neuem Buch nun kommt sie ganz groß heraus und wird selbst zum Star: "Wiener Straße" huldigt erneut einem Westberliner Biotop, das einst seinen Nährboden in dem Kiez zwischen Görlitzer Bahnhof und Berliner Mauer fand.
Was für Berliner Pflanzen dort gedeihen konnten, wissen Regener-Fans. In dem Buch kehren viele Charaktere wieder, die man bereits aus dem Figurenkosmos seiner vorangegangenen Romane kennt, allen voran Herr Lehmann aus besagter Reihe. Der Roman setzt genau da ein, wo die Lehmann-Trilogie mit "Kleiner Bruder" aufgehört hatte. Gemeinsam mit dem schrägen Volk aus der Wiener Straße durchlebt der Leser einige weitere Tage im November des Jahres 1980.
Frank Lehmann hat dieses Mal eher eine Nebenrolle. Er zieht mit seinem besten Freund Karl Schmidt, dem Aktionskünstler H. R. Ledigt und der nervtötenden Chrissie direkt in die Wohnung über dem "Café Einfall", das von Chrissies Onkel, einem Exilschwaben, betrieben wird. Erwin Kächele ist so etwas wie Kneipenwirt und Herbergsvater in Personalunion; bei ihm trifft das Personal des Romans zusammen und wird nicht nur mit Bier, sondern auch mit Jobs, guten Ratschlägen oder einer Unterkunft versorgt.
Das Regener-Fans ebenfalls schon bekannte "Café Einfall" ist Dreh- und Angelpunkt des Buchs, Sammelbecken für all die Pfeifen, Freaks und spinnerten Lebenskünstler, die das Buch bevölkern. Sie haben wenig Arbeit und viel Zeit zum Quatschen; großen Raum nehmen in diesem Buch die Dialoge ein, mit denen Regener seine Figuren auf höchst unterhaltsame Weise plastisch werden lässt.
Zu denen gehören auch die Wiener Aktionskünstler P. Immel und Kacki, welche die Galerie ArschArt in einem Haus betreiben, das sie nur angeblich besetzt haben - weil das natürlich cooler und für avantgardistische Künstler wie sie standesgemäß ist. Herrlich die Szene, wie der selbst ernannte Kunstdiktator P. Immel ein paar missmutige Punks in einem Schutthaufen arrangiert, um dem ZDF schöne Bilder liefern zu können.
"Wiener Straße" ist nicht nach dem Prinzip einer stringenten Handlung aufgebaut. Vielmehr gibt es nach dem Vorbild einer Comedyserie diverse sich abwechselnde Erzählstränge, immer kurzweilig, doch an keine zwingende Dramaturgie gebunden. Am Ende läuft der Roman auf eine chaotische Ausstellungseröffnung hinaus, eine Kunstaktion, die von der Polizei gestürmt wird. Durch den Tränengasnebel wird Kettensägenkünstler H. R. Ledigt abgeführt, aber nicht, ohne noch fröhlich "Es lebe die Kunst" in die Kameras zu rufen.
Mit viel Zuneigung widmet sich Regener seinen Protagonisten. Auf der Suche nach einer verlorenen Zeit baut er einen Kosmos nach, der nur in diesem Winkel des ummauerten Westberlins existierte. Hier lebte eine Horde durchgeknallterLebenskünstler und dilettantischer Möchtegern-Künstler in ihrer eigenen Welt, in einem abgekapselten Raum voller Möglichkeiten, einem Labor für die schrägsten Lebensexperimente.
Mit seinen schrulligen Charaktertypen lässt Regener diese alternative Kreuzberger Szene wiederaufleben, die eine Keimzelle für den anhaltenden Berlin-Hype und seinen Subkulturmythos war. Mit sicherem Gespür für Timing, groteske Dialoge und grandiose Running Gags hat Regener ein großartiges Kreuzberg-Erinnerungsbuch und eine Milieustudie hochamüsanter Art geschrieben.
Seit 2001 "Herr Lehmann" erschien, der erste Teil einer Romantrilogie von Sven Regener, hat die Wiener Straße einen Ehrenplatz in der Kreuzberg-Literatur inne. Mit Regeners neuem Buch nun kommt sie ganz groß heraus und wird selbst zum Star: "Wiener Straße" huldigt erneut einem Westberliner Biotop, das einst seinen Nährboden in dem Kiez zwischen Görlitzer Bahnhof und Berliner Mauer fand.
Was für Berliner Pflanzen dort gedeihen konnten, wissen Regener-Fans. In dem Buch kehren viele Charaktere wieder, die man bereits aus dem Figurenkosmos seiner vorangegangenen Romane kennt, allen voran Herr Lehmann aus besagter Reihe. Der Roman setzt genau da ein, wo die Lehmann-Trilogie mit "Kleiner Bruder" aufgehört hatte. Gemeinsam mit dem schrägen Volk aus der Wiener Straße durchlebt der Leser einige weitere Tage im November des Jahres 1980.
Frank Lehmann hat dieses Mal eher eine Nebenrolle. Er zieht mit seinem besten Freund Karl Schmidt, dem Aktionskünstler H. R. Ledigt und der nervtötenden Chrissie direkt in die Wohnung über dem "Café Einfall", das von Chrissies Onkel, einem Exilschwaben, betrieben wird. Erwin Kächele ist so etwas wie Kneipenwirt und Herbergsvater in Personalunion; bei ihm trifft das Personal des Romans zusammen und wird nicht nur mit Bier, sondern auch mit Jobs, guten Ratschlägen oder einer Unterkunft versorgt.
Das Regener-Fans ebenfalls schon bekannte "Café Einfall" ist Dreh- und Angelpunkt des Buchs, Sammelbecken für all die Pfeifen, Freaks und spinnerten Lebenskünstler, die das Buch bevölkern. Sie haben wenig Arbeit und viel Zeit zum Quatschen; großen Raum nehmen in diesem Buch die Dialoge ein, mit denen Regener seine Figuren auf höchst unterhaltsame Weise plastisch werden lässt.
Zu denen gehören auch die Wiener Aktionskünstler P. Immel und Kacki, welche die Galerie ArschArt in einem Haus betreiben, das sie nur angeblich besetzt haben - weil das natürlich cooler und für avantgardistische Künstler wie sie standesgemäß ist. Herrlich die Szene, wie der selbst ernannte Kunstdiktator P. Immel ein paar missmutige Punks in einem Schutthaufen arrangiert, um dem ZDF schöne Bilder liefern zu können.
"Wiener Straße" ist nicht nach dem Prinzip einer stringenten Handlung aufgebaut. Vielmehr gibt es nach dem Vorbild einer Comedyserie diverse sich abwechselnde Erzählstränge, immer kurzweilig, doch an keine zwingende Dramaturgie gebunden. Am Ende läuft der Roman auf eine chaotische Ausstellungseröffnung hinaus, eine Kunstaktion, die von der Polizei gestürmt wird. Durch den Tränengasnebel wird Kettensägenkünstler H. R. Ledigt abgeführt, aber nicht, ohne noch fröhlich "Es lebe die Kunst" in die Kameras zu rufen.
Mit viel Zuneigung widmet sich Regener seinen Protagonisten. Auf der Suche nach einer verlorenen Zeit baut er einen Kosmos nach, der nur in diesem Winkel des ummauerten Westberlins existierte. Hier lebte eine Horde durchgeknallterLebenskünstler und dilettantischer Möchtegern-Künstler in ihrer eigenen Welt, in einem abgekapselten Raum voller Möglichkeiten, einem Labor für die schrägsten Lebensexperimente.
Mit seinen schrulligen Charaktertypen lässt Regener diese alternative Kreuzberger Szene wiederaufleben, die eine Keimzelle für den anhaltenden Berlin-Hype und seinen Subkulturmythos war. Mit sicherem Gespür für Timing, groteske Dialoge und grandiose Running Gags hat Regener ein großartiges Kreuzberg-Erinnerungsbuch und eine Milieustudie hochamüsanter Art geschrieben.
Kundenbewertungen
Magical Mystery oder: Die Rückkehr des Karl Schmidt
Dieses Buch ist m.E. sogar noch besser als Herr Lehmann; der Autor Sven Regener beschreibt in unfassbar launigen Dialogen und genaustens beobachteten Settings das soziale Miteinander der Drogenaussteiger-WG, des Kinderkurheims und des Tourlebens, und es fühlt sich so an, als sei man persönlich dabei. Die beschriebene Techno-Szene der 90er Jahre habe ich selbst nur aus der Ferne miterlebt, aber so, wie Regener alles auf den Punkt bringt, erkenne ich Vieles wieder - die teilweise bescheuerten Songnamen ("Hallo Hillu"), die Running Gags ("Der Hit mit der Flöte", eigentlich ein Saxophon, "Magical Mystery - ist das nicht eigentlich von den Beatles?"), das Verhalten und die Gespräche der Beteiligten und vor allem die Umschreibung der Musik. Alles in Allem geradezu eine wunderbare Sozial- und Zeitstudie.
Das Verblüffende an den Regener-Büchern ist, dass es immer um Charaktere geht, die man so oder so ähnlich auch schon mal erlebt hat oder kennt oder deren Verhaltensweisen und Denkweisen man sogar an sich selbst wieder erkennt. Ich habe Magical Mystery sehr genossen - das Buch war viel zu schnell "ausgelesen" - und freue mich jetzt schon auf den nächsten Regener-Roman.
Magical Mystery oder: Die Rückkehr des Karl Schmidt
Ich habe mich als Karl Schmidt trotz pseudographischer Ähnlichkeit in herzlicher Unvollkommenheit wiedergefunden und meine Frau hat selten so gelacht.
Leider habe ich den Film verpasst.
Meine Jahre mit Hamburg-Heiner
Das liest man beim Dosenbier. Lakonisch, absurd,banal, ganz witzig, dabei viel Text fürs Geld und einige bewusst triste Fotos. Es ist ein erfrischend überflüssiges Buch...
- Gerade deshalb zu empfehlen!
Magical Mystery oder: Die Rückkehr des Karl Schmidt
Eine Reise durch ein Land im Umbruch
Als Karl Schmidt, Opfer eines depressiven Nervenzusammenbruchs am Tag der Maueröffnung, nach Jahren der Versenkung von alten Kumpels zufällig in Hamburg als Bewohner einer drogentherapeutischen Einrichtung wiedergefunden wird, ist das der Anfang einer seltsamen Zusammenarbeit: Die alten Freunde, mittlerweile zu Ruhm und Reichtum gelangt, wollen mit ihrem Plattenlabel auf einer Tour durch Deutschland den Rave der 90er Jahre mit dem Hippiegeist der 60er versöhnen und brauchen dazu einen, der immer nüchtern bleiben muss. Das kommt Karl Schmidt gerade recht, denn der hat keine Lust mehr, sich in einer Parallelwelt aus Drogen-WG, Hilfshausmeisterjob und gruppendynamischen Wochenendausflügen zu verschanzen.
Und so beginnt eine Reise durch ein Land und eine Zeit im Umbruch, unternommen von einer Handvoll Techno-Freaks, betreut von einem psychisch labilen Ex-Künstler, für den dies der Weg zurück in ein unabhängiges Leben sein soll.
Magical Mystery oder: Die Rückkehr des Karl Schmidt
Schräger Techno auf Droge
Anno 1994: Schräge Techno-Freaks reisen durch das wiedervereinigte Deutschland mit reichlich Drogen im Gepäck und coolen Sprüchen. Auch zwei Meerschweinchen namens Lolek und Bolek sind mit dabei. Werden sie die anstrengende DJ-Tournee überleben? Die gruppendynamischen Konflikte auf der Tour erzählt Kultautor Sven Regener ("Herr Lehmann") mit gewohnt trockenem Witz. Es wird nie langweilig! Und es ist schon komisch, wenn Leute sich unbedingt amüsieren wollen. Das kann ja irgendwie nix werden...
Nicht nur für Lehmann- bzw. Regener-Fans ist dieses hochkomische Werk ein Muss. Es könnte damals in der Spaßkultur tatsächlich so gewesen sein...
Wiener Straße
Ein „Heimatroman aus dem alten Kreuzberg“ (SZ) und das trifft den Nagel auf den Kopf.
Dieses Buch verbreitet die Stimmung, die Nicht-Berliner von Berlin-Kreuzberg erwarten. Pro Kapitel werden bis auf das letzte immer zwei Geschichten erzählt. Eine im Cafe Einfall in der Wiener Straße und eine andere von einem Protagonisten, im ersten Kapitel zum Beispiel wie H.R. eine Motorsäge im Baumarkt kauft.
Das alles wird mit viel Humor geschildert, teilweise schräg. Spannung kommt kaum auf und Erotik fehlt im Grunde auch, selbst wenn ein Name P. Immel ist.
Ich glaube, es wäre nicht schwer mitten im Buch anzufangen. Das Niveau entspricht eben der Kreuzberger Szene. Longlist ist o.k. Sollte aber Sven Regener mit seinen "Herrn-Lehmann-Romanen" tatsächlich mal den Deutschen Buchpreis gewinnen, müssten wir wohl von einem Krisenjahr der deutschen Literatur sprechen. 4 Sterne
Wiener Straße
Leider nich drin...
Im bekannt lakonischen Stil vom Bestsellerautor verfasst, dabei ganz witzig. Kurze Szenen (Anekdoten) aus dem Kreuzberger Leben anno 1980 mit dem bekannten Personal. Als die Mauer noch stand und das Testbild im TV lief. Und der gelb-braune Smog sich an kalten Spätherbstttagen über Berlin legte. Und die Punks in den Hauseingängen hockten und Dosenbier schlürften. Ach, weste noch...
Für das Geld hätten es aber ca. 100 Seiten mehr sein dürfen/sollen. Oder/und Fotos der Wiener Strasse aus der Zeit. Hätte man gern gehabt, is aber nich drin...
Wiener Straße
Quasi,was man von Sven Regener erwartet: lakonisch-humorvolle Berlin-Geschichten aus den 80ern. Diesmal mit Undercover-Österreichern und Erwin Kächeles schwäbischer Verwandtschaft. Ein bisschen weniger glaubwürdig als die älteren Romane, aber doch sehr süffig zu lesen.
Wiener Straße
Anfang der 80er Jahre in Kreuzberg: Wohin man schaut, besetzte Häuser; es herrscht ein Hauch von Anarchie. Man träumt von einem anderen Land: Weg vom Kommerz und einem unterdrückendem Staat; Freiheit für Alle und Alles, insbesondere die Kunst.
In dieser Atmosphäre spielt 'Wiener Strasse' und erzählt vom Leben und den BewohnerInnen dort während einer kurzen Zeitspanne im November 1980. Über dem Café Einfall werden vier neue BewohnerInnen einquartiert, die der Inhaber des Cafés, Erwin Kächele, aus seiner eigenen Wohnung raus haben möchte. Immerhin wird er überraschenderweise Vater und braucht für sich und die Mutter seines Kindes Platz und Ruhe. So finden sich die Extremkünstler Karl Schmidt und H.R. Ledigt, der lethargische Frank Lehmann und Kächeles Nichte Chrissie in einer Vierer-WG wieder.
Was für ein Panoptikum an schrägen Gestalten, neben denen Frank Lehmann und die auf Krawall gebürstete 18jährige Chrissie völlig normal wirken. Österreichische Aktionskünstler, die auf Befehl ihres Anführers P. Immel lebende Bilder darstellen, Punks oder als Band Dr. Votz playback spielen. Fernsehteams des ZDF (oder doch SFB?), die erst Versicherungsrechtliches klären wollen, bevor sie besetzte Häuser betreten. Erwin Kächele, der mit Schwangerembauch seinen Geschäften nachgeht. Dazu Situationen, die durch stete Wiederholungen zum Running Gag werden ('Ist schon offen? Ich dachte, ...') oder durch die genaue Beobachtung ihre Absurdität offenbaren (beispielsweise wie Chrissies Mutter durch die DDR reist).
Doch den Schwerpunkt bilden die Künstler (Künstlerinnen scheint es damals nicht gegeben zu haben) und ihre Werke, frei nach dem Motto: 'Das ist dann wohl Kunst, weil nämlich Kunst ist, wenn es einer sagt, dass es Kunst ist!' Auch wenn alles recht überzogen dargestellt ist, fand ich das Lebensgefühl des damaligen Kreuzbergs gut getroffen und habe das Buch mit einem steten Grinsen im Gesicht gelesen. Manchmal war es mir zwar etwas zuviel des Guten, aber dennoch: eine amüsante Lektüre.
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