Nach der Befreiung aus dem KZ lebt die jüdische Tänzerin Sally mit Tausenden anderen Holocaust-Überlebenden in einem Camp für Vertriebene in Bergen-Belsen. In einem nahegelegenen Heidedorf lernt sie Otto kennen, einen Hühnerhalter, der ihr durch sein Geigenspiel auffällt. Die beiden freunden sich
an, allerdings trennen sich ihre Wege, als Sally auswandert mit ihrem Mann. Erst Jahre später erfährt…mehrNach der Befreiung aus dem KZ lebt die jüdische Tänzerin Sally mit Tausenden anderen Holocaust-Überlebenden in einem Camp für Vertriebene in Bergen-Belsen. In einem nahegelegenen Heidedorf lernt sie Otto kennen, einen Hühnerhalter, der ihr durch sein Geigenspiel auffällt. Die beiden freunden sich an, allerdings trennen sich ihre Wege, als Sally auswandert mit ihrem Mann. Erst Jahre später erfährt sie, wer der geheimnisvolle Fremde war.
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„Der wichtigste Schauplatz dieses Buches ist die eigentümliche Welt des DP-Camps Belsen. Buchstäblich am Rande der Massengräber ist hier in der Nachkriegszeit innerhalb kurzer Zeit so etwas wie eine jüdische Kleinstadt entstanden. Dies ist selbst den meisten Heidebewohnern, die wie ich ganz in der Nähe leben, bis heute weitgehend unbekannt.« (Seite 322)
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In diesem Buch verschwimmen die Grenzen zwischen Fiktion und Wirklichkeit, die Figur von Sally Rosenstein zum Beispiel ist angelehnt an die Lebensgeschichte der Tänzerin Dolly Friedler-Kotz. Ganz und gar nicht fiktiv ist dagegen die zweite Hauptperson dieser Erzählung, denn der Name Adolf Eichmann dürfte fast jedem, der sich mit der Geschichte unseres Landes befasst und/oder beschäftigt hat, ein Begriff sein. In erster Linie ist das vorliegende Werk jedoch ein unglaublich gut recherchiertes Stück Geschichte, das Ereignisse enthält, die für mich bisher unbekannt waren. Als Beispiel nenne ich hier die »Operation Oasis«, betreffend die Fahrt der Exodus im Jahr 1947, sowie die »Celler Hasenjagd« im Jahr 1945, es waren jedoch sehr viele mehr. Durch den Einbau der geschichtlichen Fakten treten Sally und Otto manchmal in den Hintergrund, was okay für mich war, denn beide stehen stellvertretend für Tausende und Abertausende andere Menschen, denen Unrecht geschah oder die anderen unvorstellbare Dinge angetan haben.
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»Wenn schon das Deutsche Reich in Trümmern lag, dann sollten wenigstens noch die alten Eichen ihre knorrigen Zweige in den Himmel emporrecken und von nationaler Größe künden, und schließlich war auch sein eigener Name mit diesem Baum der Deutschen verknüpft.« (Seite 124)
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Beenden möchte ich meine Rezension mit Worten, die auf der Rückseite des Buches stehen und die für mich perfekt zusammenfassen, um was es geht: Ein packender Roman auf der Grundlage wahrer Begebenheiten, ein Roman über Liebe, Schuld und die Sehnsucht nach Heimat. Lesen!